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'Eine Mitteilung an meine Freunde'

Ausgabe
Nr. 22
Nr. 12 - 2018


 

 

 

 

 

     
     

 

 

 

 
Einleitung zur Ausgabe Nr. 22

Kleine - Mittlere - Große

Es gibt unterschiedliche Früchte, die sind köstlich:

- kleine Früchte: Heidelbeeren, Himbeeren
- mittelgroße Früchte: Pflaumen, Aprikosen
- große Früchte: Äpfel, Birnen, Melonen

Alle haben geschmackliche Eigenheiten, die uns erfreuen und gesund erhalten.

Es gibt Sportvereine in kleinen, mittleren und großen Städten, die genauso ihre Berechtigung haben
, weil sie ihre Mitglieder und Anhänger begeistern und die Grundlage für Spitzenleistung wachsen lassen.

Nirgendwo auf der Welt gibt es eine Theatervielfalt von kleinen, mittleren und großen Bühnen, das positive Ergebnis der einstigen, schlimmen Zersplitterung Deutschlands. Aber die Fürsten und später die Bürger liebten die Musik und die Theaterkunst und kleine, mittlere und große Kommunen waren stolz auf ihre Theater, ihre Orchester und ihre Künstler.

Jetzt leben wir in der Zeit der Globalisierung, aber schon im alten Rom wusste man:
' Tempora mutantur, nos et mutamur in illis'

Das wirft die Frage auf, wer verwandelt denn die Zeiten, wieweit sind wir gezwungen, die Verwandlung mit zu vollziehen und uns selbst zu verwandeln?

Warum lassen wir es zu, dass aus uns kultivierten Mitteleuropäern schmuddelige Typen mit einer verrohten Sprache, deren Wortschatz sich auf 'cool' und 'geil' beschränkt, werden?

Warum lassen wir es zu, dass der 'deal' und das 'business' weit höher eingeschätzt werden, als die Bildung?

Warum werden 'Elite' und das 'Elitäre' als überflüssig abqualifiziert, wo es doch das Wertvolle und Auserlesene ist?

Show und Unterhaltung sollen der Entspannung dienen, aber wertvolle Konzerte und Theateraufführungen, die uns bereichern und erheben, müssen höher eingeschätzt und honoriert werden.

Gerne sind wir weit gereiste Weltbürger, bemühen uns mehrere Sprachen zu lernen, respektieren fremde Traditionen, wenn sie nicht gegen Menscherechte verstoßen, verhalten uns aber passiv und feige, wenn unsere Tradition des Musiktheaters von wild gewordenen Schwätzern und Nichtskönnern zerstört wird.

Viel wird in letzter Zeit von Heimat und Geborgenheit und Glück geredet und geschrieben.
Leben wir gerne in unserem Dorf, unserem Stadtteil, unserer Stadt?
Sind wir integriert, haben wir Freunde?
Den Sportverein, unser Theater?

Der Reichtum an kleinen, mittleren, großen Theatern von Aachen bis Zittau ist ein Schatz, sind unsere Kronjuwelen, die wir natürlich entstauben und polieren - aber keinesfalls von hasserfüllten Pseudo-Künstlern zertrampeln lassen dürfen.

 

ML Gilles
 



Gespräch mit

Klaus Kusenberg

Oberspielleiter Schauspiel Theater Regensburg ab 2018
 

Welche Produktionen des Theaters Regensburg der vergangenen Spielzeiten sind Ihnen nachhaltig im Gedächtnis geblieben? Welche fanden Sie ärgerlich?

In bester Erinnerung ist mir noch die erste Hälfte von Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine, gut gefallen hat mir auch Medea. Es gab wohl auch Produktionen, die nicht zu meinen Favoriten zählen, aber ein Theater-Ärgernis war nicht darunter.
 

Sie waren zuletzt Schauspiel-Chef am Staatstheater Karlsruhe, dann am Staatstheater Nürnberg. Was reizt Sie, jetzt diese Position am viel kleineren Theater in Regensburg zu übernehmen? Wie kam Ihr Engagement nach Regensburg zustande?

So genau weiß ich das gar nicht mehr. Intendant Jens Neundorff von Enzberg hat öfter das Schauspiel Nürnberg besucht, ich habe mir Produktionen in Regensburg angesehen, wie es unter Nachbartheatern eben so üblich ist. Dass meine Tätigkeit in Nürnberg 2018 enden würde, war ja seit drei Jahren bekannt. Da meine Frau und meine beiden schulpflichtigen Kinder in Nürnberg bestens sozialisiert sind, sagte ich für Regensburg sehr gerne zu, schon wegen der geografischen Nähe. Bei einem Angebot aus dem Norden der Republik hätte ich sicher gezögert. Ich freue mich auf die Herausforderung und möchte viel von dem Spirit aus Nürnberg mit nach Regensburg bringen. Unser Spielplan dort bestand zu etwa 75 Prozent aus neuen Stücken, Themen, die für unsere Zeit relevant sind. Ich hatte ein motiviertes Team, das es verstand, mit neuen Handschriften und teils sehr mutigen Positionen zu begeistern. Nach innen und nach außen. Dass diese Tatsache sowohl Publikum als auch Feuilletons goutierten, bestätigt mich in meiner Arbeit. Als ich das Nürnberger Schauspiel übernahm, fand ich einen schlafenden Riesen vor, den mein Team und ich gehörig geweckt haben. So eine Kraftanstrengung ist in Regensburg gar nicht nötig. Natürlich möchte ich das Schauspiel mit eigenen Akzenten voranbringen.
 

Experimentelles, quotenträchtige Komödien, Klassiker, die automatisch durch kollektiven Schülerbesuch für volle Reihen sorgen, Kontroverses, der Diskurs. Was findet sich in Ihrem ersten Spielplan für Regensburg? Nach welchen Kriterien haben Sie die Stücke ausgewählt? Inwieweit mussten Sie Rücksichten auf Verlagsrechte, Ensemblegröße und andere Dinge nehmen?

Verlagsrechte stellten keine Hürde dar, da gibt es gute Drähte und ich genieße aufgrund langjähriger Erfahrung ein gerüttelt Maß an Vertrauen. Dass der S. Fischer Verlag Regensburg die deutsche Erstaufführung für Katherine Sopers preisgekröntes Stück Wish List übertrug, ist ein Beleg dafür.

Immerhin ein Stück, das im Royal Court Theatre in London herauskam. Zum anderen: Einige Stücke wie Locker Room Talk oder Singing Green sind so frisch, dass die Stück- und Übersetzungsrechte noch allein bei den Autoren liegen. Was meinen ersten Spielplan anbelangt, so bin ich überzeugt, dass er sein Publikum finden wird und dass er zusätzlich Zuschauer anzieht. Klassiker wie Das Käthchen von Heilbronn, Vor Sonnenaufgang (in der Fassung von Ewald Palmetshofer), Heiteres, spielerisch raffinierte Formen, Berührendes, Bewegendes, politische Zeitstücke wie Wer hat Angst vorm weißen Mann, ein Stück über Alltagsrassismus, Die letzte Sau, eine schräge Hommage an den globalen Verteilungskampf, und Locker Room Talk, ein aus O-Tönen recherchierter Text über Sexismus – diese Auswahl kann sich sehen lassen und bereitet dem Ensemble tolle Entfaltungsmöglichkeiten. Mit einer Ensemblegröße wie sie Regensburg aufweist, kann man schon einen sehr breiten und ausgewogenen Spielplan gestalten. Wir hatten keine Schwierigkeiten, Schauspieler aus größeren Häusern nach Regensburg zu locken, so aus Salzburg, Bielefeld und Potsdam, und das nicht zuletzt aufgrund des Spielplans.
 

Wie hat sich unter Ihnen das Ensemble verändert? Neue Kräfte, bewährte Leute – wie sieht hier das Verhältnis aus?

Ich hatte die Chance, sieben neue Schauspielerinnen und Schauspieler, also fast das halbe Ensemble, das aus 16 festen Planstellen besteht, neu zu besetzen. Ich bin Jens Neundorff von Enzberg und Stefanie Junge sehr dankbar, dass sie in den letzten beiden Jahren frei gewordene Stellen – einige Leistungsträger haben Regensburg ja verlassen – nicht neu, sondern mit Gästen besetzt haben. So kam ich nicht in die unglückliche Situation, existenzbedrohende Nichtverlängerungen auszusprechen. Bei drei Spielstätten und einem straff durchgetakteten Spielplan kommt man natürlich nie ohne Gäste aus, solche werden im Bedarfsfall und stückbezogen hinzuengagiert.
 

Sind Sie frei in Ihrer Wahl, was Regisseure und Ausstatter anbelangt? Welche Positionen und Ästhetiken kriegen wir zu sehen?

Der Intendant hat selbstverständlich immer das letzte Wort. Dankenswerterweise bringt er mir ein großes Vertrauen entgegen. Mit Julia Prechsl, die bereits in Nürnberg mit einigen Arbeiten überrascht und erfolgreich in Münster und Saarbrücken inszeniert hat, sehe ich die Eröffnungspremiere in besten Händen. Christina Gegenbauer eröffnet mit der Erstaufführung von Die Domäne die Spielzeit im Theater am Haidplatz. Sie war Regieassistentin in Nürnberg und jetzt am Wiener Burgtheater, wo sie demnächst auch inszenieren wird. Auch in Nürnberg hat sie schon eine wunderbare Inszenierung von Lot Vekemans‘ Gift. Eine Ehegeschichte abgeliefert. Beide sind junge Frauen voller Energie, die mein vollstes Vertrauen genießen. Sie wissen genau, was sie wollen, und können Schauspieler motivieren. Aus ihren Inszenierungen sprechen Spielfreude und Genauigkeit. Generell sehe ich Regensburg als gutes Pflaster für junge Talente mit innovativen Regiehandschriften. Auch das Regieteam für Frankenstein, Sam Brown und sein Ausstatter Simon Lima Holdsworth, gehören in diese Reihe. Es ist nämlich gar nicht einfach, für dieses Stück das richtige Team zu finden:
Man muss gleichermaßen über Fantasie und Handwerk verfügen, Respekt vor der Vorlage haben und gleichzeitig neue Visionen entwickeln. Sam Brown wurde 2011 mit dem Europäischen Opernregie-Preis und dem Ring Award, einer internationalen Auszeichnung für Regie (und Bühnenbild), geehrt.

Zur Ästhetik: „Berliner Trash“ zählt eigentlich nicht zu meinem Lieblingstheater. Ich will im Theater Geschichten erzählen und berührt werden. Auch die intelligente Unterhaltung schätze ich sehr. Und ich nehme die Stücke und ich nehme das Publikum ernst. Meine Philosophie von Theater schließt aber innovative, verstörende und bilderstürmende Sichten keineswegs aus. Wenn ich spüre, dass ein Regisseur wie etwa Sascha Hawemann seine Schauspieler liebt, dass ihm am Stoff liegt, dass er sein Herzblut hineinsteckt, dann kann mich ein vermeintlich gegen den Strich gebürsteter Theaterabend emotional intensiv berühren. Hawemann hatte in Nürnberg Arthur Millers Tod eines Handlungsreisenden als traurige Ballade inszeniert, als bitterböse Anklage gegen den Turbokapitalismus.
Ein Teil des Publikums war begeistert, der andere wie vor den Kopf gestoßen. Als wir damit in Peking gastierten, in China, wo der Raubtierkapitalismus fröhliche Urständ feiert, hat es dem Publikum regelrecht den Atem verschlagen. Will sagen: Firlefanz und Gags um der Gags willen – nein. Eine radikale und verstörende Bildsprache, die aus der ernsthaften Auseinandersetzung resultiert – sehr gerne.



Sie selbst inszenieren in Regensburg zwei Stücke. Handelt es sich hierbei um Herzensangelegenheiten für Sie? Und was hat es mit dem Dramenwettbewerb „Talking about Borders“ zu tun?

Ganz gewiss. Auf Wer hat Angst vorm weißen Mann freue ich mich ungemein. Autorin Dominique Lorenz hat ihr Drehbuch selbst für die Bühne bearbeitet, Regensburg hat die Uraufführung für diese leichtfüßige und originelle Komödie, die keineswegs an der Oberfläche bleibt, bekommen.
Aus dem Dramenwettbewerb „Talking about Borders“ ist in diesem Jahr das Stück Singing Green des Esten Karl Koppelmaa als Sieger hervorgegangen. Der internationale Dramenwettbewerb ist seit über zehn Jahren der Wichtigste seiner Art im osteuropäischen Raum. Bislang war es so, dass das Siegerstück in Nürnberg uraufgeführt wurde, dieses Privileg habe ich nun mit nach Regensburg gebracht. „Talking about Borders“ hat sich im osteuropäischen Raum zum wichtigsten Dramenwettbewerb entwickelt, den vor 14 Jahren Christian Papke in Wien ins Leben gerufen hat. Zielsetzung ist, die höchst lebendige Theaterszene in den uns oft fremden Nachbarländern vorzustellen und die künstlerische Auseinandersetzung mit großen politischen Fragen und den Umbrüchen in Europa zu suchen. Singing Green beschreibt mithilfe höchst unterschiedlicher Biografien ein postapokalyptisches Europa der Zukunft.



Haben Sie die vertragliche Zusicherung, anderswo gastieren zu können? Wenn ja, wo werden Sie Regie führen?

Ja, ich werde gelegentlich andernorts inszenieren, hierzu habe ich einige Anfragen. Aber ich werde das nicht in meinem ersten Regensburger Jahr tun. Momentan ist alles noch wie in einem Versuchslabor. Wenn der Betrieb am Laufen ist und die alten und die neuen Ensemble-Mitglieder zusammengefunden haben, dann will ich mir das gerne mal erlauben. Doch auch meine Regiearbeiten in Regensburg müssen sorgfältig geplant werden: Das Käthchen von Heilbronn ist beispielsweise eines meiner Lieblingsstücke und hätte mich auch als Regisseur sehr gereizt, aber ich finde es viel interessanter und heutiger, den Stoff von einer jungen Frau inszeniert zu sehen.
Außerdem erscheint es mir klüger, zunächst den Neustart des Schauspiels abzusichern, anstatt täglich acht bis zehn Stunden auf der Probebühne zu verbringen. Ich will mein erstes Jahr nutzen, dass sich der Betrieb einspielt, ich konzentriere mich darauf, zu beobachten, wo muss man nachjustieren, was muss ich künftig anders machen, dann erlaube ich mir auch zu gastieren, aber in erster Linie bin ich Regensburg verpflichtet.



Wie war Ihr Weg zum Theater?

Schon sehr früh hat mich das Geschichtenerzählen fasziniert. Wie kann ich Erlebnisse schaffen, Wirkungen erzielen und Emotionen auslösen. Nach dem Studium ging ich relativ früh ans Theater und ich hatte das Glück, in Bochum zu arbeiten, just als Thomas Bernhard und Heiner Müller dort erst- und uraufgeführt wurden. Mit Claus Peymanns Inszenierung von Kleists Hermannsschlacht kam ich durch ganz Europa. Da spürte ich, wozu ein Stadttheater in der Lage sein kann.


Welche Stücke wollten Sie schon immer einmal inszenieren, kamen aber bisher nicht dazu?

Oh, da fallen mir alle die schönen Stücke ein, die mir die Dramaturgen immer ausreden. Zum Beispiel die Dramatisierung von Thomas Manns Joseph und seine Brüder oder auch Das Ding von Philipp Löhle, eine herrlich überdrehte Globalisierungskomödie.
Was mich auch immer reizt, sind Science-Fiction-Stoffe. Theater kann mit ganz wenig Mitteln so viel darstellen und ohne aufwändige Special Effects völlig neue Welten und Realitäten erschaffen.



Haben Sie Lieblingsdramatiker?

Nicht nur einen! Ich mag dialogbasierte Texte, auf die sich insbesondere englischsprachige Autoren sehr gut verstehen. Hier sind beispielsweise Alistair Beaton oder Alan Ayckbourn zu nennen, die über Dialoge eine Handlung vorantreiben, oder auch der englische Dramatiker Simon Stephens. Als der nämlich gebeten wurde, ein Stück für eine deutsche Uraufführung zu schreiben, meinte er: „Deutschland? Da muss ich Textfläche liefern.“ Heraus kam sein Stück Pornographie. Philipp Löhles Stücke mag ich auch sehr gerne und ganz besonders Thomas Bernhard. Gerade er gehört in Regensburg aufgeführt.


Werden Sie auch Opern inszenieren?

Nein, keine Opern! Als Regisseur am Musiktheater benötigt man ein ausgeprägtes Gespür für Form, Struktur und Bild. Das sind aber genau die Dinge, die mich beim Inszenieren eher weniger interessieren. Auch fehlt mir bei Opern der Aktionsradius, mein eigenes Timing vorzugeben. Musicals aber inszeniere ich unheimlich gerne.


Wie weit gehen Ihre Planungen bereits für die kommenden Spielzeiten in Regensburg?

Ein Schritt nach dem anderen. Die kommenden drei Monate sind entscheidend. Geben Sie mir und dem Publikum diese Zeit, dann wird sich alles Weitere entwickeln. Jetzt muss sich alles einspielen, ein Wechsel an der Spitze einer Sparte stellt immer einen Einschnitt dar.


Zur Person

Klaus Kusenberg

* 10. Juli 1953 in Oberhausen/Rheinland

1960–1972 katholische Grundschule, neusprachliches Gymnasium, Reifeprüfung

1972–1979 Studium der Germanistik, Philosophie und Theaterwissenschaften in Münster und Köln

1979–1981 Regieassistent und Dramaturg am Schauspielhaus Nürnberg unter Chefdramaturg Jörg Wehmeier und Schauspieldirektor Hansjörg Utzerath
1981–1985 Regieassistent am Bochumer Schauspielhaus; Zusammenarbeit mit Claus Peymann, Alfred Kirchner, Karge-Langhoff und Uwe-Jens Jensen

1985–1994 freiberuflicher Regisseur, u.a. in Göttingen, Mannheim, Dortmund, Konstanz, Wien, Düsseldorf und für das Goethe-Institut in Pakistan, Indien, Bangladesh und Bulgarien

1993–1997 Oberspielleiter des Schauspiels Städtische Bühnen Osnabrück, in der Spielzeit

1996/97 Interims-Theaterleiter

1997–1999 Oberspielleiter des Schauspiels am Badischen Staatstheater Karlsruhe

2000–2018 Schauspieldirektor Städtische Bühnen/Staatstheater Nürnberg,
seit 2006 auch stellvertretender Staatsintendant Nürnberg

ab September 2018 Schauspieldirektor am Theater Regensburg

Klaus Kusenberg ist verheiratet mit Theaterpädagogin und Regisseurin Meike Kremer, sie haben zwei Kinder.

www.klauskusenberg.de

Kommentar

 


Zitat

Fehlstart

    ... am 22. und 23. September 2018

Es sollte ein Neubeginn beim Schauspiel am Theater Regensburg werden.

Die Zeit der Frau Junge, die als Schauspieldirektorin am Oberpfälzer Metropol-Theater Regensburg ihr Unwesen trieb, sollte endgültig ad acta gelegt werden können.

Viele Produktionen missfielen in den fünf Jahren dem Publikum, gingen in der Gestaltung am Bildungsauftrag vorbei, wurden darob von Schulen abgelehnt.

Und - das Schlimmste - der Theaterdirektor griff nicht oder zu spät ein.
Nun soll es ein erfahrener Schauspielmann aus Nürnberg - dort lange Oberspielleiter - richten.
Für die ersten beiden Produktionen holte er ehemalige Mitarbeiterinnen als Inszenatorinnen.

Das 'Käthchen von Heilbronn' setzte Julia Prechsel, immerhin schon im reifen Alter von 26 Jahren und damit ja hocherfahren , in den Sand, die zweite, Christina Gegenbauer, scheiterte an der Produktion 'Die Domäne'.

In beiden Fällen trugen das Bühnenbild bzw. Bühnenaufbauten zum Nichtverstehen bei.

Beim 'Käthchen', ein riesiger Klapperatismus, der ein Eigenleben führte, somit dem Stück ein Bein stellte.
Allerdings sehr praktisch, denn in diesem Bühnenbild lässt sich alles von Schiller, Goethe, Shakespeare, Verdi, Puccini, Wagner spielen. Auch 'Blume von Hawaii' ginge sehr gut oder 'Die Rose von Stambul'.

Bei der 'Domäne' - hier auf der kleinen Bühne am Haidplatz - ebenfalls ein riesiger Aufbau an Bauklötzen auf denen das Stück von der Schauspieltruppe des Oberpfälzer Metropol-Theaters Regensburg dargeboten wurde.

Der normale Betrachter lässt sich in beiden Fällen auf ein Wagnis ein. Beim 'Käthchen' ein Stück, das Kleist 1807 als großes deutsches Ritterschauspiel schrieb, das 1810 in Wien uraufgeführt wurde und seit dem nur noch gelegentlich auf den Bühnen im deutschsprachigen Raum zu sehen ist.

In der Regensburger Szenerie - Bühnenbild und Kostüme - eine merkwürdige Fassung, die noch im Programmheft mit einer Spielzeit von 2 Stunden und 50 Minuten ausgewiesen ist, lässt bei einer effektiven Spielzeit von 2 Stunden und 30 Minuten darauf schließen, dass noch im letzen Moment erheblich gekürzt wurde.

Das heutzutage unwissende Publikum nimmt das Dargebotene hin, ist nicht irritiert, dass die Produktion zum Beispiel nicht vermitteln kann,
- dass die Burg Thurneck in Brand gerät,
- dass Kunigunde das 'Käthchen' bittet, das für sie wichtige Bild des
   Verlobten, in dessen Futteral die Besitzurkunden für die strittigen
   Ländereien sind, aus den Flammen zu retten,
- dass sie hofft, das Mädchen damit in den sicheren Tod zu schicken
   oder bei Erfolg des Auftrages die Schenkungsbriefe wiederzuer-
   langen,
- dass 'Käthchen' eine illegitime Tochter des Kaisers ist - erinnert sei
   an die Regensburger Geschichte der Barbara Blomberg als Geliebte
   von Karl V. und Mutter des Don Juan d'Austria.

Die Kostüme passen - wie 'Käthchens' Baby-Doll-Hemdchen und die tuntige Aufmachung des Kaisers - nicht zum Stück.

to top

Beim zweiten Werk zum Spielzeitauftakt - 'Die Domäne' - trägt alles, was sich abspielt und was an Bühnenbild gezeigt wird, zum Unverständnis beim Publikum bei. Gefasel um einen Wert des Ganzen, Drumrumgerede, was das Publikum als Deppen hinstellt.

Was die Bauklötze, die die Bühne am Boden einnehmen und die an der Decke fortgesetzt werden, sollen, erschließt sich nicht.
Angeblich ermöglicht das Programmheft hier Aufklärung.

Die Lektüre eines Beiblattes zu einer Produktion kann aber nicht akzeptiert werden.
Das Bühnengeschehen muss das Werk erschließen.

Die modische Einrichtung, nach dem Motto:
Wie zerre ich das Stück ins Heute, ist nicht die Aufgabe des Theaters. Dafür werden heute Stücke geschrieben, die das Jetzige wiedergeben.

Wenn nicht gelingt, zu zeigen,
- was wollte der Autor?
- wann spielt das Stück, wo spielt es, unter welchen Umständen
  spielt es?
muss die Regie und die Theaterleitung im Sinne einer richtigen Verwendung von Steuergeldern gerügt werden.

Dies hat im Falle der beiden Schauspiel-Produktionen zum Beginn der Spielzeit 2018/2019 zu geschehen.

Management, wie im Falle des Regensburger Theaterdirektors, reicht nicht aus.
Es gilt die Entwicklung der Produktionen während der Probenzeit zu kontrollieren und nicht wie im Falle 'Black Rider' sich hinterher drauf rauszureden, man habe sich zu der Zeit zu viel um das Stück 'Die 'Banalität der Liebe' kümmern müssen.

Und wie war es beim Regensburger 'Woyzeck'?
Da soll im letzen Moment und somit viel zu spät durch den Intendanten gestrichen worden sein, was dann die Regisseurin bewog, ihr Leid öffentlich zu machen und verzweifelt, die Hände ringend, die Tränen trocknend, durch die Stadt zu laufen.
 

to top


Außerordentlich befremdlich das von Kollegen des Ensembles angestimmte Beifallsgejohle am Ende der beiden Vorstellungen, was die nichtsahnende Presse wie auch die Theaterleitung dazu verleitet, zu meinen, es handle sich hier um einen Publikumserfolg.

Neben mir saß eine, die bei der 'Domäne' permanent unmotiviert lauthals lachte, bis ich sie fragte, ob es ihr nicht gut gehe und ob ich einen Arzt rufen solle.

 Zitatende

 

 


 


 

Was andere schrieben


Zitat

"[...] ... In der Deutschen Oper hat Regisseur Jan Bosse die Handlung von Rossinis „II viaggio a Reims" (Die Reise nach Reims) in ein modernes Sanatorium mit Spiegelwän­den und Krankenbetten verlegt, wo Eu­ropas Mächtige ihre Eitelkeiten, Liebe­leien und Rituale austragen. Irgendwann ziehen alle ihre Unterhöschen mit den Nationalfarben aus und eine einheitli­che blaue Europa-Buxe an. Und um ein Stück des Schlussbildes preiszugeben: In die geschlossene Anstalt kommt kei­ner mehr rein noch raus, aber man feiert sich selbst.  [...]"

VOLKER BLECH
BERLINER MORGENPOST, 17.062018

Zitatende


 



 


Zitat

"[...] „MACBETH"
Berlin, Staatsoper: Es ist alles zu spät. Das Land getränkt in Blut, die Feinde stehen vor den Toren, die Schuld klebt dick und schwer an den Händen dieses Mannes - da überfällt Macbeth im vier­ten Akt ein Moment der Selbsterkennt­nis... Eine Innenschau des Protagonisten gewährt Placido Domingo wahrlich: Der Star dieser letzten großen Premiere der Berliner Staatsoper vor der Sommerpau­se ( ... ) rührt sein Publikum als gefallener Feldherr, der einen Pakt mit der Hölle eingeht... Anna Netrebko ist als Lady Macbeth der andere große Star dieser Premiere ... Die Wucht dieser Sängerin ist nach wie vor ungebrochen... Harry Kupfer und sein langjähriger Bühnenbildner Hans Schavernoch entscheiden sich ( ... ) dafür, die Schwärze von Verdis düsterster Oper noch zu betonen... Man könnte die Regie altbacken nennen, wären da nicht die Videokünste von Thomas Reimer...
Die Hexen (Chor: Martin Wright) fleddern erst mal die Leichen, bevor sie Macbeth ihre fatalen Prophezeiungen mit auf den Weg geben...
Daniel Barenboim und die Staatskapelle steigen durchsichtig und mit betörender Luftigkeit vor allem in den Streichern ein, haben allerdings die Tendenz, den feinen Pinsel in den Finalszenen gegen einen groben einzutauschen...
 [...]"
VOLKER BLECH
BERLINER MORGENPOST, 17.062018


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Zitat

"[...] „PARSIFAL”
München, Staatsoper ...Das Teuerste, Beste aus dem Delikatessenladen zusammenkaufen, verrühren und servieren, das funktioniert nur bedingt. Hier ist es der Bayerischen Staatsoper passiert mit Richard Wagners „ Parsifal' mit einer Festspiel-Premiere, deren All-Star-Team die Kartenserver schier überforderte. Das Bühnenbild von Maler-Promi Georg Baselitz sollte das Sahnehäubchen sein, es blieb Hohlgefäß für eine Regie-Nich­tigkeit. Wobei: Man denke sich den Abend in B-Besetzung, mit einer musi­kalischen So-lala-Fraktion - eine Horrorvision. Umso mehr werden die Sinne dafür geschärft, was Kirill Petrenko mit dem Bayerischen Staatsorchester zaubert ...

Petrenko gönnt sich auch Momente der zeitlichen Entgrenzung, in der Puls und Rhythmus auszusetzen scheinen, um vom Spiel mit Farben, Details und Schichten überlagert zu werden... Wo andere Martialisches produzieren, wöl­ben sich weich gefasste, intensive Bö­gen. Leerstellen, Fragezeichen, Intro­spektive, Suchen, unerfüllte Sehnsucht, all das wird Klang... Ganz im Sinne des Stücks nähert sich Petrenko stark dem Wagner-Impressionismus, wie ihn etwa Claudio Abbado pflegte - was zugleich den Sängern zugutekommt. Es gibt keinen Moment, in dem einer dieser Stars überfahren wird.

Regisseur Pierre Audi ( ... ) agiert wie weggeblendet. Es gibt zwei, drei schöne Kleinstmomente, ansonsten kaum Haltung zu Figuren und Stück. Kein Gral wird enthüllt, dafür entblößt sich der (wunderfein singende) Männerchor und zeigt faltig-blutiges Nacktdress. Audi denkt sich offenbar eine Art szenische Befreiung des Weihespiels. Sein schmuckloses Ritual soll Assoziationen wecken - und produziert doch nur Lethargie ... [...]"

MARKUS THIEL
MÜNCHNER MERKUR, 29.06.2018


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Zitat

"[...] „DON GIOVANNI"
Wiesbaden: Die vorherrschende Farbe in diesem Nachtstück ist ein giftiges, grell ausgeleuchtetes Gelb. Überhaupt ist in Nicolas Briegers Sicht auf Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Don Giovanni" einiges bedenkenswert aus dem Lot gera­ten. Don Giovanni ( ... ) wird immer wie­der mit der Maske des von ihm ermorde­ten Komturs konfrontiert...
Der bestimmende Konflikt der Oper wird hier nicht zwischen Don Giovanni und den Frauen ausgetragen, sondern liegt in seinem inneren Kampf mit dem Alter...
Bis hin zu diesem starken Ende ( ... ) ist Briegers Neuinszenierung von einer Fül­le an klugen Gedanken geprägt. Das kön­nen kleine, provokative, manchmal auch bitterböse Details sein...
Ausgearbeitet ist die Neuproduktion mit dem jungen, auch darstellerisch enorm glaubhaften Opernensemble ganz vor­züglich. Nie gibt es Stillstand, nie aber auch bloßen Aktionismus... Dass hinter jeder Wendung ein entdeckenswertes Detail lauert, gilt auf der musikalischen Seite ganz besonders für die Ausgestal­tung der Rezitative durch Tim Hawken... Das Hessische Staatsorchester und der Opernchor spielen zwar meistens kon­zentriert, begleiten die Solisten unter der Leitung von Konrad Junghänel aber manchmal so starr, dass es zu vereinzel­ten Ungenauigkeiten zwischen Bühne und Orchestergraben kommt [...]"

AXEL ZIBULSKI
FAZ, 19.06.2018


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"[...] „NABUCCO”
Gelsenkirchen. Regisseurin Sonja Trebes richtet den Fokus dieses Dramas rund um Macht und Religionskriege auf den Familienkonflikt. Ihre Inszenierung verzichtet auf brutale Aktualisierung, atmet aber keinen Mottenkistenmuff...
Nabucco ist mehr als der Gefangenen­chor', verspricht das Programmheft, was die Inszenierung einlöst. So gab es in Gelsenkirchen ausgerechnet nach dem hoffnungsbeseelt kraftvollen, von Kitsch befreiten „Va, pensiero" keinen Zwischenapplaus, während sonst viele Arien und Chorszenen mit Beifall und Bravos bedacht wurden.
Die schlichte, dunkle, räumlich und zeitlich nicht verortete Bühne von Dirk Becker dominiert eine breite Treppe, gleichermaßen Aufgang zum Palast und zum Tempel, Spielfläche für dynamische Auftritte des Hauptdarstellers, des von Alexander Eberle wunderbar einstudier­ten, homogenen, effektvoll gestaltenden Opernchors...
Gelungener Regie-Einfall: Eine Doppelung der Figuren zeigt die schon in der Kindheit verkorkste Vater-Töchter-Beziehung. Die Regie stellt den Erwachsenen jeweils die Kinder-Version an die Seite...

 [...]"

ELISABETH HÖVING
WAZ, 18 06 2018

Zitatende

 



 


Zitat

"[...] „NABUCCO"
Krefeld/Mönchengladbach. ... Hovenbitzers Inszenierung für das Theater Krefeld-Mönchengladbach ist von packender Intensität... Das Ensemble gestaltet Szenen von wuchtiger Dramatik, erzählerischer Dichte und intime Momente... Johannes Schwärsky ist ein großartiger Nabucco. Er besticht mit kraftvoller Stimme, Präsenz und wun­derbaren Nuancen. In Gesang und Dar­stellung verkörpert er brillant Macht­streben, Wahnsinn und die Genesung des Nabucco an Leib und Seele. ...
Am Premierenabend strahlt Matthias Wippich in der Rolle des Zaccaria ernste Autorität und Kampfgeist aus. Eindringlich gestaltet er die Motivation an die Gefangenen.
Lydia Easley gibt die Abigaille als facettenreiche Frau mit Kalkül und Machtstreben, aber auch kurzen Momenten voll berührender Emotion. Sie glänzt im Belcanto, legt in ihre wunderbare Stimme kämpferische Kraft wie auch den innigen Ausdruck von Traurigkeit. Eva Maria Günschmann ist eine ausdrucksstarke Fenena... Die Oper endet mit der Vision des Verzeihens.
 [...]"

ANGELA WILMS-ADRIANS
RHEINISCHE POST, 2562018

Zitatende

 



 


Zitat

"[...] „OTELLO"
Lübeck: Der Applaus am Schluss setzte zögerlich ein, zu sehr stand das Publikum noch unter dem Eindruck die bewegenden und berührenden Inszenierung ...  Diese Geschichte braucht keine Regie-Mätzchen, alles steht im Libretto und in der Musik. Diese Regel hält sich Krieger, seine Bildsprache ist klar, seine Personenregie ist zurückhaltend und ausdrucksstark zugleich. ...
Die Psychologie der Figur steht in dieser Inszenierung im Mittelpunkt, wenige Gesten und Bewegung reichen aus, um deutlich zu mach wie es um die Menschen auf der Bühne steht. ... Krieger bringt die innere Einsamkeit der Personen so überzeugend auf die Bühne, wie man es nur selten lebt. Das ist nicht nur handwerklich gemacht, es ist ein ganz großer Wurf..
Zu Beginn hatte der stark geforderte Chor (Einstudierung: Jan-Michael Kiger) einige Probleme mit Einsätzen u. Tempi. Im Verlauf aber steigerte sich Chor zu einer sehr guten Leistung. Dirigent Andreas Wolf ( ... ) erwies sich wieder als exzellenter Begleiter der Sängerinnen und Sänger... In dieser Premiere hatte das Philharmonische Orchester eine Sternstunde...
 [...]"

JÜRGEN FELDHOFF
LÜBECKER NACHRICHTEN, 03062018

Zitatende

 



 



Die Diktatoren der Oper

Die Beschreibung des Entstehens, der Verbreitung, der Machtübernahme der Vertreter des Regisseurstheaters in unseren Opernhäusern hat ihre Parallele im Vorgang des Aufbaus einer politischen Diktatur, die das dumme Volk erst bemerkt, wenn es zu spät ist.

Kluge Historiker schreiben Bücher über den Niedergang der res publica romana und die Alleinherrschaft der unterschiedlichsten imperatores, der Streit zwischen Kirche und Kaiser im Mittelalter um die Oberherrschaft, die Wandlung Napoleons vom Feldherrn der Republik zum sich selbst krönenden Kaiser, die berechtigte russische Revolution mit dem Ende unter der Gewaltherrschaft des Massenmörders Stalin, das Begeisterungsgeschrei der Massen für Adolf Hitler können wir entweder noch in eigener Erinnerung, jedenfalls in Filmdokumenten miterleben.

Ich spüre Ihre Einwände, das sei ja doch wohl viel zu hoch gegriffen für das bisschen Operntheater, aber ob im großen oder im kleinen Rahmen, skrupellose Herrschaft ist schändlich.

Die Frage, der wir Opernfreunde uns stellen, ist die "Wie es dazu kam?"

Als im Ersten Weltkrieg die alte Ordnung unterging, suchten alle Künste nach neuen Ausdrucksformen:
Dada, Konstruktivismus, Expressionismus, Brutalismus, abstrakte Kunst, Symbolismus, Realismus, politische Kunst und viel Kitsch folgten einander oder existierten gleichzeitig.

Dank der Anfänge der Tonaufnahmen können wir erahnen, wie gesprochen und gesungen wurde, dazu gibt es Photos der berühmten Schauspieler und Sänger.
Um ehrlich zu sein, die Posen, das Schluchzen, das Tönen, die Bayreuther Fellkostüme und Flügelhelme reizen uns zum Lachen. Das damalige Publikum aber fühlte sich gut aufgehoben und strömte in die Theater.

Immer noch stand 'das Werk' im Mittelpunkt, das mit Respekt, wenn es auch in unterschiedlich stilistischen Bühnenbildern und Inszenierungen gezeigt wurde.
Beispiel: Gründgens 'Hamlet im Frack'.
Wann aber begann das respektlose Dekonstruieren der 'Werke'?

Virologen haben die Aufgabe herauszufinden, wann, warum, wo eine Seuche ausbricht.
Denken wir an den Pestbazillus, der von Flöhen, die auf Ratten in den völlig verdreckten Straßen und Behausungen des Mittelalters übertragen wurde. Zwar gab es eine Badekultur, aber die körperfeindliche Einstellung der Kirche unterband den Wunsch nach Sauberkeit und Schönheit als sündige Eitelkeit.
Im Folgenden möchte ich mit Hilfe einiger Publikationen herauszufinden, wann, wer, warum die Oper zum Schlachtfeld der Interpretationskriege gemacht hat.

Im Jahr 2006 erschien im Henschel-Verlag das Buch 'Opernregisseure' von Manuel Brug (Kritiker bei der 'Süddeutschen Zeitung', 'Opernwelt' und der Tageszeitung 'Die Welt').
In diesem Buch berichtet er über das Entstehen des Regietheaters aus dem Fehlen von neuen Opern, die das Publikum begeistern.
Die zwar folgerichtig nach dem Ausreizen der Tonalität durch Richard Wagner und Richard Strauss folgende Atonalität mit all ihren Konstrukten erreichte einen Kreis von Intellektuellen, nicht aber die Ohren und Herzen der Opernfreunde.

Die Gesetze der Statik, chemische Formeln und der Tonsatz sind erlernbar, aber etwas daraus zu machen, erfordert die rätselhafte, schöpferische Intuition, die keine Digitalisierung nachvollziehen kann.

Bei Experimenten mitzuwirken hat mich über viele Jahre mit Spaß und Ehrgeiz erfüllt und ich möchte die Erinnerung nicht missen, endlose Stunden bei Einpauken krummer Intervalle verbracht zu haben und vertrackte Rhythmen zu zählen. Kreischen, jaulen, zischen, heulen, Salat kauen mit einem Mikrophon an der Backe, mich schreckt nichts mehr!
Aber immer öfter überkam  mich der unbezwingliche Wunsch nach einer kleinen Invention von Bach und einem kleinen Lied von Schumann - das sind die Quellen, die unsere Seelen nähren.

Die Namen der Persönlichkeiten, die gewissenhaft, präzise, phantasievoll, respektvoll, erfolgreich, mit ungeteilter Zustimmung des Publikums die Oper auf die Bühne brachten, waren z.B. Wieland Wagner, Luchino Visconti, Rudolf Hartmann (mein Chef in München) Gustaf Rudolf Sellner, Günther Rennert, Otto Schenk, Franco Zeffirelli, Giorgio Strehler, Jean Pierre Ponelle, Walter Felsenstein, Rudolf Noelte, Götz Friedrich, Günther Roth, Hans-Peter Lehmann (beide meine Chefs in Hannover).

Vergessen dürfen wir auch keinesfalls die Intendanten und Regisseure der mittleren und kleinen deutschen Theater, die voll Sorgfalt das Repertoire und ihr Ensemble pflegten, so das weltweit Deutschland als Paradies der Oper galt.

Ein Nachhall dieses ehemaligen Wunderlandes der Oper tönt noch in den ehemaligen Sowjetländern, in denen - wie bereits erwähnt - das Singen nicht vom Rockgrölen platt gemacht wurde. Voll Enthusiasmus kommen sie mit ihren wunderbaren Stimmen in unsere Hochschulen, werden - durch  großzügige Stipendien gestützt  - von hoffentlich kundigen und erfahrenen Lehrern (ein großer Name bietet noch lange keine Gewähr für pädagogisches Geschick) ausgebildet und besuchen dann die Vorstellungen in deutschen Theatern und können es nicht fassen, was sie dort zu sehen bekommen.
Aber die Klassen sind voll mit meist aussichtslosen Studenten, die in die Arbeitslosigkeit entlassen werden oder, was sie nicht können als Lehrer weitergeben.

Für die, die eine Qualitätsstimme haben, heißt es jetzt Examen machen, Geld zusammenkratzen, an internationalen Wettbewerben teilnehmen und nichts wie raus aus Deutschland!

Qualifizierten deutschen Sängernachwuchs gibt es so gut wie gar nicht mehr, denn welcher gebildete junge Mensch will sich in solch widerwärtigen Inszenierungen verschleißen lassen. Ein Blick auf die Besetzungszettel zeigt schwierige Namen und dann - ganz unten - Maria ... und Franz ... in Kleinstpartien.

Die Schlüsselfiguren beim Ausbruch des Regisseurstheaters sind Ruth Berghaus (1927 - 1996) und Hans Neuenfels.

Die Erstere, bei Gret Palucca in Tanz und Choreographie ausgebildet, unter dem Einfluss ihres Mannes Paul Dessau und der Brecht-Witwe Helene Weigel zur perfekten Theoretikerin geworden, war ihr Credo "die Nichtidentität  einer Figur als Ausdruck der der gesellschaftlichen Entfremdung."
Humorlos, spröde und didaktisch - gelangen ihr doch hochsymbolisch aufgeladene Inszenierungen, die jede Kulinarik aus der Oper verbannend durch ihre Epigonen und deren Epigonen viel zu den heutigen Scheußlichkeiten auf den Bühnen beitrugen.

Hans Neuenfels, 1941 in Krefeld geboren, studierte an der Folkwanghochschule Essen und dem Reinhardt-Seminar Wien, erhielt seine erste Oberspielleiterstelle in Trier, wo er bald fristlos entlassen wurde, weil er mit den kameralistischen Verwaltungsvorschriften nicht zurechtkam. Nach Stationen Krefeld, Heidelberg und Stuttgart erreichte er Frankfurt am Main, wo er seine 'Regie-Theater-Träume' verwirklichen konnte. Er schrieb Stücke, setzte seine Lieblingsschauspielerin Elisabeth Trissenaar in Szene, kreuzte Politik mit Psychologie, nutzte surreale Kollagen, stellte Kitsch und Künstlichkeit nebeneinander bis zum größten Opernskandal der achtziger Jahre mit 'Aida als Putzfrau' und Tod in der Gaskammer.
An seinen Bilderwelten wollten sich wiederum Epigonen orientieren, versuchend sich noch zu steigern.

Daneben agieren Andreas Homoki, Peter Mussbach, Alfred Kirchner, der das Schillertheater in Berlin in den Ruin trieb, völlig ahnungslos in Bayreuth an einem 'Ring' werkelte, der nur wegen des wunderbaren Bühnenbilds von Rosalie zu ertragen war.

Außerdem agieren Dietrich Hilsdorf,, Christoph Nel, John Dew, Christoph Marthaler, Jossi Wieler, Peter Konwitschny, Calixto Bieto, mit dessen Brutalitätsschau die Vertreibung des Publikums auch in Hannover begann.

Zur jüngeren Generation gehört Sebastian Baumgarten, geb. 1969 in Berlin. Er sorgt mit seinem Trash- und Sextheater zwar für die gewünschten 'Buh'-Stürme, das Türenknallen des Publikums beim Verlassen der Vorstellung und den leeren Zuschauerräumen, aber auch für Hymnen in gewissen Feuilletons.

In letzter Zeit kämpfen sich vermehrt auch einige Frauen in den Regiebereich vor, aber leider folgen die meisten dem Trend der Zeit und bringen Sinnloses und Ekelhaftes auf die Bühne.
Ausgenommen ist z.B. Katie Mitchel, deren 'Lucia' mit Diana Damrau in all' ihrer logischen Grausamkeit so fesselnd war, dass ich mich anschließend durch den Roman von Walter Scott kämpfte - voller Verwunderung wie man aus der Sujet ein so spannendes Libretto schöpfen konnte.

Auch Vera Nemirowa hat mit ihrem 'Ring' in Frankfurt am Main durch äußerst sparsames Bühnenbild und exakte Personenführung sehr klug bewiesen, dass ein großes Werk keiner plumpen Politisierung und Sexualisierung bedarf.

Als Wolfgang Wagner sein Bayreuth zur 'Werkstatt' erklärte, gab er die Stätte höchster künstlerischer Vollendung frei für modische Spielereien modischer Bühnenbildner und modischer Regisseure. Das späte Kind des alten Mannes sog sich in Berlin mit dem Hass-Theater Castorfs voll und überträgt es ins Festspielhaus.
Politiker und Repräsentanten absolvieren immer noch 'Bayreuth' als Pflichttermin, Schicki-Micki-Typen drängeln sich vor die TV-Kameras, unverdrossene Musikfreunde schließen die Augen, um die Atmosphäre und die einmalige Akustik zu genießen, Studenten-Stipendiaten sind ratlos und die früher unerreichbaren Festspielkarten werden heutzutage verhökert und einem nachgeworfen.

Die Urteilsfähigkeit über die Richtigkeit einer Inszenierung ist aufgrund der mangelnden kulturellen Bildung des Publikums äußerst begrenzt und es lacht über jeden szenischen Unsinn, wobei jeder Lacher auch an jeder  unpassenden Stelle überall und von jeder Theaterleitung als Erfolg verbucht wird.

Wie in Banken und Konzernen herrschen beim Kampf um die Spitzenpositionen im Theater die Gesetze des Machismo, in denen es Frauen meist schwer fällt, die notwendige Härte zu entwickeln.

Kirsten Harms versuchte in Berlin es gegenteilig als 'blonder Engel' in weißem Gewande, stützte sich aber wohl auf zu schwache Mitarbeiter. Nie werde ich das 'Buh'-Geschrei nach der Premiere des unsinnigen 'Holländers' und des 'Tannhäusers' wie das Hohngelächter nach der Premiere der 'Arabella' in der Tiefgarage vergessen.
So vertreibt man Publikum, während uralte Inszenierungen von Götz Friedrich bis zu wertvollen 'Altertümern' von Boleslaw Barlog, Filippo Sanjust, Gilbert Deflo noch immer das Berliner Haus füllen.
 

Ich beschränke mich auf Vorstellungen, die ich selbst gesehen habe.
So auch 'Hänsel und Gretel' in Braunschweig, inszeniert von Frau Fassbänder, einer vormals namhaften Sängerin und späteren Intendantin in Innsbruck.
Die Märchenoper enthält alles, was Kindern den ersten Schritt in die Wunderwelt der Oper eröffnet.
Ein bekannter Stoff, zwei Kinder als Hauptdarsteller, bittere Armut, Hunger, eine verzweifelte Mutter, ein Vater, der sich mit Schnaps tröstet, der Zauber und das Gruseln im Wald, Engel, die Trost und Schutz bieten - und als Attraktion - eine Hexe, die alle Emotionen aufwühlt.
Nichts davon in Braunschweig. Das Stück spielt cool in einer Hotelhalle, kein Zauber, keine Poesie, die Kinder im Zuschauerraum langweilen sich.
Aber die Regisseuren hat 'einen Namen'. Das ist das Argument der Intendanz für ein Engagement.

Inzwischen wachsen 'Nachrücker' wie Manuel Brug sie nennt (Seite 140 in seinem Buch die neuen Regisseure) heran.
Wie können die nun die Begründer des Regisseurstheaters der 19-siebziger bis neunziger Jahre noch übertreffen?
Alle Grausamkeiten wurden vorgeführt, alle Körperausscheidungen flossen über die Bühne, alle Tätigkeiten aus Schlafzimmer, Bad, Toilette und Bordell wurden gezeigt.

Ebenso sahen wir bis zum Überdruss Nazi-Symbole: Ledermäntel, Stiefel, Uniformen, Fahnen sowie die dazu gehörenden Waffen und Torturen. Darauf folgten die Koffer der Unbehaustheit, die fast in jeder Oper über die Bühne rollten.

Dass sich die Gräuel des Zweiten Weltkrieges niemals wiederholen dürfen, darin sind wir uns alle einig.
Krieg ist in jedem Falle abzulehnen, ob er in 'Judas Makkabäus', in 'Nabucco', 'Aida' oder in den 'Soldaten' geschildert wird.
Librettisten und Komponisten beschenken uns seit Monteverdi 'Orfeo' mit den Variationen des Themas: 'Die Suche nach dem persönlichen Glück im Kampf mit feindlichen Übermächten.'
Die sind: die Götter, die Kirche, der Staat.

Was haben also die 'Nachrücker': Christof Loy, Claus Guth, Philipp Himmelmann, Tilman Knabe und Barry Kosky sich in ihrem Regisseurstheater ausgedacht?

Der Bekannteste unter ihnen ist der aus Australien stammende Barry Kosky, Intendant der Komischen Oper in Berlin.
Er thematisiert bevorzugt die prägenden Aspekte seiner eigenen Biographie, sein Jüdisch- und sein Schwulsein (Seite 156)
Einfallsreich bedient er sich virtuos aller theatralischen und vom Film beeinflussten Tricks, die in unterhaltenden Stücken zum Erfolg führen. Leider vertraute ihm der Hannoversche Intendant Wagners 'Ring des Nibelungen' an, bei dem die Aversion gegen den 'Nazi'-Wagner sich in viel plumpem Kitsch und noch mehr Ekelhaftem niederschlug.
Das Publikum verweigerte sich. Das Werk sonst in sinnvollen Inszenierungen jahrelang auf dem Spielplan, wurde abgesetzt, die Gelder aus dem Etat und von Förderern (z.B. NordLB) waren verloren.

Auch die Meistersinger 2017-2018 in Bayreuth bedienten alles, was Spaß macht.
Es war zwar alles falsch, aber die großartigen Sängerdarsteller mimten nach Herzenslust, das Publikum lachte, was jede Theaterleitung als Erfolg verbucht, der aufgeblasene Wagner-Juden-Beckmesser-Kopf wurde hingenommen.
Keine Festwiese, sondern der Gerichtssaal der Nürnberger Prozesse - ein Holzhammer folgte dem nächsten.

Eine Bereicherung für den 'Opernzirkus' ist Kosky zweifelsohne und in der 'Komischen Oper' in Berlin hat er mit der richtigen Literatur den richtigen Spielplatz. Schade dass man den ehemaligen Hausherrn, den großen Walter Felsenstein, nicht mehr zu all' dem befragen kann.

Ihnen, den Opernfreunden, mögen Inszenierungen der oben genannten 'Nachrücker' begegnet sein, zu denen Sie sich ihr Urteil gebildet haben.

Durch Übertragungen im Fernsehen können wir auch an manchem Ereignis teilhaben, uns freuen, uns ärgern oder - abschalten.
Die Akzeptanz des Publikums, das in unserem Theatersystem ja zwangsweise die Kosten trägt, ist ein Korrektiv, aber für die Schauspielregisseure, die von geistesverwandten Intendanten eingeladen werden, ohne Belang.
Eine Opernregie bringt ein richtig fettes Honorar und wenn sie dazu einen Skandal hervorruft, der durch alle Zeitungen geht, hat man sich 'einen Namen' gemacht.

Schon zu meiner Studienzeit machte die Bemerkung eines berühmten Schauspielregisseurs die Runde, der in den Saal brüllte:
"Warum tritt denn der Tranquillo nicht auf?"
als er im Klavierauszug auf den Begriff 'tranquillo' stieß und diesen personifizierte.
Aufgebläht von vermeintlich intellektueller Überlegenheit werfen sie mit sozialpsychologischem Jargon um sich, finden die Musik bei den Opern, die sie inszenieren sollten, überflüssig und das zum Teil angestrengte Singen ekelhaft.
Natürlich gibt es auch sorgfältige Schauspielregisseure, die mit Respekt an die Werke herantreten, sie klug neu aufschlüsseln und zu unvergesslichen Erlebnissen machen wie z.B. 1976 der 'Jahrhundert-Ring' in Bayreuth von Patrice Chéreau und Rudolf Noeltes 'Pique Dame' mit René Kollo als Hermann, unvergesslich durch die genaue Charakterisierung der Personen und des Interieurs.

Da nun über Jahrzehnte das Bildungsbürgertum permanent diffamiert, der Musikunterricht in den Schulen vernachlässigt, die Werke der Opernliteratur in ihrer Darstellung auf den Bühnen politisiert, sexualisiert, proletarisiert, verhässlicht und verfälscht wurden,  greifen nun die die Regisseure in ihren modischen Auslegungen nach den Theaterräumen, um diese nun auch noch zu dekonstruieren.
Die Bühne ist nicht mehr der Ort der Aussage der Darsteller, sondern es fummelt ihnen ein Kameramann vor dem Gesicht herum, der Wort und Ton auf Wände projiziert, so dass es gleichgültig ist, wo sich die Person befindet.
So bekam das Publikum den Don Giovanni in Hannover den ganzen Abend nicht zu sehen, weil der hinter einem Vorhang gefilmt wurde.

Inzwischen sind also die Stücke zertrümmert, jetzt geht es an die Zertrümmerung des Theaterraums. Natürlich nicht mit Abrissbirne und Bagger, davon würde sogar eine Stadtverwaltung wach werden, sondern die für eine Opernaufführung notwendigen Gruppen: Orchester, Chor, Solisten, Publikum werden umgeräumt.
Das Orchester kommt auf die Bühne (und das nicht aus Platzmangel wie im tapferen Minden!), sondern aus so genannter 'formaler Erneuerung'. Dabei ist das gar nicht neu, sondern nur am falschen Platz. Die antiken Theater gruppierten die Zuschauer im halbrund um die Bühne, Marktplätze, Kirchen, die britische Shakespeare-Bühne, das delikate, kleine Hoftheater, die riesige Pop-Arena, wo sich das Volk stampfend und kreischend amüsiert, alle haben je nach Bedürfnis ihren Ort.
Des Gags wegen werden Klimmzüge gemacht, die den 'Apparat Theater' behindern, die Arbeit erschweren, wenn wie z.B. in Theater Regensburg die 'Lysistrata' von Aristophanes gänzlich im Zuschauerraum spielte, der von er Bestuhlung natürlich befreit werden musste, und die Zuschauer auf der Bühne in Ersatzsitzen Platz nehmen durften.

Aber die Oper ist eine Oper und braucht die ihr gemäße Anordnung. Zu den vielen Todsünden gehört auch die 'superbia' - der Hochmut. Und wenn Benedikt von Peter in der Podiumsdiskussion ('Die Zukunft der Oper', Verlag Theater der Zeit, 2014) auf die Frage von Barbara Beyer: "Verlangt ihre Arbeitsweise nicht nach einer extremen Dekonstruktion des Materials, Herr von Peter?" sich wie folgt äußert:
 

 
Ja, aber eher durch eine Neubewertung des Theaterraumes als durch eine Dekonstruktion des Notentextes. Ich mache zum Beispiel gerade kaum noch eine Inszenierung, bei der das Orchester im Graben sitzt, versuche, durch eine Zerlegung der Schichten und Verräumlichung der Musik, dass ein Stoff dreidimensional wird und uns angreift, uni Musik über diese Körperlichkeit wieder zu spüren. Das sind meine Mittel. Aber ich finde, das ist nicht die eigentliche Frage. Zentral sind doch die dramaturgischen, die inhaltlichen Fragen. Die Dramaturgien in der Oper müssen anschlussfähig bleiben, ausgebaut werden. Man muss am Ende mit diesem Material in Kontakt stehen. Wenn das nicht mehr unsere Stoffe sind, hilft auch eine formale Erneuerung nicht.
 

 

 



 


Zitat

Laudatio
anlässlich der Verleihung der Gottlob-Frick Medaille in Gold an das Europäische KulturForum Mainau und Frau Brigitte Stephan gehalten am 13. Oktober 2018 von Hans A. Hey

 

Sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herren,

hoch geschätzte Ehrengäste, liebe Mitglieder, liebe Musikfreunde,

Der berühmte  Musikschriftsteller Oskar Bie bezeichnete die Oper einmal als das unmögliche Kunstwerk. Doch dieses unmögliche Kunstwerk lebt und wird weiter leben, auch im Zeitalter der elektronischen Medien und der digitalisierten Welt. Leben durch das unmittelbare Entstehen  der Musik, leben durch den direkten Kontakt zwischen  Sänger und  Publikum.

Im Musiktheater werden eben keine sterilen Tonkonserven abgespielt, agieren keine virtuellen Dateien, sondern Musiker, Sängerinnen  und Sänger  ringen darum, den Zauber der Oper in jeder Aufführung  immer wieder lebendig werden zu lassen. In diesem ständig neuen künstlerischen Schöpfungsprozess liegt der entscheidende  Unterschied. Dies erkannte bereits Richard Wagner, der 1850 an Franz Liszt schrieb: „Erst das Singen haucht der Oper Leben ein.“ Der geniale Theaterpraktiker wusste, dass Sänger, Stimme und Gesangskunst das Herzstück jeder Opernaufführung sind.

Diese Erkenntnis scheint vergessen zu sein, denn heute dominieren die Regisseure mit dem Ergebnis, dass Sternstunden des Gesangs durch bestimmte Inszenierungen oft mehr behindert als gefördert werden.

Damit das Gesamtkunstwerk Oper entstehen  kann, bedarf es noch weit mehr Voraussetzungen. Zum Gelingen tragen Komponisten, Librettisten,  Intendanten, Regisseure, Dramaturgen, Dirigenten, Orchestermusiker und viele andere bei.

Unentbehrlich sind auch die Fördernden, wie z. B. kunstverständige Politiker, Mäzene, Produzenten, Journalisten, Kritiker, die Medienschaffenden und vor allem  die Millionen Musikfreunde in aller Welt, die das Opernschaffen überhaupt erst möglich machen und am Leben halten.

Wir sind dankbar, dass wir heute zahlreiche Repräsentanten aus allen diesen Bereichen  unter uns haben.

Besonders Verdienten um die Förderung der Kultur  verleihen wir in Anerkennung ihrer Leistungen  die Gottlob Frick Medaille in Gold. Das 1998 von Sonja Gräfin Bernadotte af Wisborg ins Leben gerufene Europäische KulturForum Mainau folgt dem  Grundgedanken, Menschen auf kultureller Ebene zusammenzuführen. Als gemeinnütziger Verein  fördert das Forum kulturelles Schaffen im Sinne des pro-europäischen Gedankens.

Der Schwerpunkt bei dieser Zielsetzung ist, hochtalentierte Nachwuchskünstler innerhalb Europas zu vereinen, zu fördern, zu qualifizieren und zu vernetzen. Dies geschieht unter anderem durch Initiativen auf den Gebieten: Klassischer Musik, Jazz, Bildender Kunst, Film, Literatur bis hin zur Gartenkultur.

Durch Organisation von Veranstaltungen, Treffen, Kongressen, Symposien, Workshops, Ausstellungen werden Begegnungen geschaffen und der internationale Austausch gefördert. Prägende Bedeutung genießt in diesem Rahmen  der Anneliese- Rothenberger-Gesangs-Wettbewerb, der von der unvergessenen Sängerin gestiftet, lebenslang begleitet und auch nach ihrem Tod unter dem Dach des Europäischen KulturForums in ihrem Sinne weitergeführt wird.                           

Das gesamte erfolgreiche Wirken  des Forums wird wohl dadurch am sichtbarsten anerkannt und gewürdigt, dass der Europarat die Schirmherrschaft übernommen hat.

Durch die  Vielzahl der Veranstaltungen kann ich nur einige wenige herausgreifen, die aus meiner Sicht besondere Bedeutung haben. Einer dieser Höhepunkte war, dass es gelang, Placido Domingo zu überzeugen, für drei Wochen zur Austragung seines berühmten Operalia-Gesangs-Wettbewerbs an den  Bodensee zu kommen.

 

Dort fand dann auf der Mainau unter dem Dach des Europäischen KulturForums mit ihm und seinen Preisträgern vor nahezu 6000 Besuchern das Abschlusskonzert statt,  das auch im Fernsehen übertragen wurde.

Außergewöhnlich und ideelich großartig war das „Friedenskonzert“, das 2009 in Rom stattfand. Es stand unter dem Motto „Jugend gegen den Krieg.“ Klaus Maria Brandauer rezitierte Gedichte. Die südafrikanische Opernsängerin Michelle Breedt sang. Musikalisch überzeugte das  Internationale Jugend –Sinfonieorchester. Das Konzert wurde durch die Anwesenheit von Papst Benedikt dem 16. und dem italienischen Staatspräsidenten Giorgio Napolitano geadelt und  seine herausragende Bedeutung hervorgehoben.                                                       

Aus Anlass des 20 jährigen Bestehens des Europäischen KulturForums fand am 17. Juni 2018 eine Jubiläums- Gala mit dem Titel „Weltstars gratulieren mit Highlights aus Oper und Operette“ statt. Piotr Beczala, Michael Volle und Gabriela Scherer servierten Open-Air ein Menü glanzvoller Opern- und Operettenstücke. Trotz reichlich Schlagsahne in der Speisenfolge mundete das raffiniert gemixte Gourmet-Dinner dem Publikum so köstlich, dass es die strahlenden drei Opernsterne begeistert feierte.

Solche Veranstaltungen brauchen einen nahezu universell befähigten Spiritus Rector.

Wer plant, organisiert als Seele, Herz und  Kopf die klassischen Konzerte beim KulturForum Mainau?

Es ist die im Opernbereich  von Baden-Württemberg hoch verdiente Frau Brigitte Stephan. Der Anneliese Rothenberger Gesangs-Wettbewerb ist ein Lieblingskind von Frau Stephan, weil sie dieses umfangreiche Projekt allein leitet. Seit 1995 ist sie auch für die konzeptionelle und organisatorische Programmplanung der Mainau-Open-Air-Konzerte verantwortlich. Manche erhellende Information erhält man nur gesprächsweise; so wurde mir berichtet, dass der Aufenthalt von Placido Domingo und dem Operalia Wettbewerb sowie das Konzert mit 6000 Besuchern nur deshalb möglich wurden, weil Frau Stephan den großen Tenor mit Charme und liebenswürdiger Zähigkeit davon überzeugte, dass die Mainau genau  der richtige Ort und das KulturForum der beste Partner für solch ein Großereignis sei. Bei dem „Friedenskonzert“ in Rom mit Teilnahme von Papst und Staatspräsident soll Frau Stephan ganze fünf Jahre daran gearbeitet haben, bis dieses denkwürdige Konzert verwirklicht werden konnte.

Die weltweit gefragten Sänger Beczala und Volle konnten für die  Jubiläums-Gala zum 20-jährigen Jubiläum sicherlich auch nur durch langjährige exzellente Beziehungen auf die Mainau gelockt werden. 

 

Wie baut man solche funktionierenden Netzwerke im Opernbereich auf und wird zur erfolgreichen Sängerfischerin? Die Antwort liegt im Lebens- und Berufsweg von Frau Stephan. Durch die Mutter, die Opernsängerin war und einen großen Freundeskreis von Künstlern, wurde schon in der Jugend die Begeisterung für alles, was mit Gesang und Theater zu tun hatte geweckt. Neben der Berufsausbildung absolvierte die junge Brigitte fast schon erwartungsgemäß ein privates Musikstudium in Gesang und Klavier. Von da an war sie nach eigener Aussage  Musik, Gesang und Oper verfallen. Sieben  Jahre lang wirkte sie an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart als Studienberaterin, Büroleiterin, Direktionssekretärin und Künstlerische Assistentin bei verschiedenen Professoren. Danach engagierte sie der legendäre Dirigent und Musikmanager  Wolfgang Gönnenwein, als er erster Direktor der Kunsthochschule wurde, als Leiterin des Referats Lehrbetrieb. Damit war sie vierzehn Jahre lang  verantwortlich für sämtliche Hochschulveranstaltungen und Wettbewerbe.

Als Professor Gönnenwein zum Generalintendanten der Staatstheater Stuttgart berufen wurde nahm er seine rechte Hand Brigitte Stephan mit und sie arbeitete dann zehn Jahre in der verantwortlichen Position als Persönliche Referentin des Generalintendanten.

Bis heute organisiert die Opernaktivistin neben ihren Aufgaben beim Europäischen KulturForm Mainau weitere  Veranstaltungen, Benefizkonzerte, entdeckt, fördert junge Sänger und vermittelt diese in ihrem nach wie vor funktionierenden Netzwerk.  Die  Erfolgreiche Arbeit von Frau Stephan für die Kultur wurde erfreulicher Weise auch öffentlich anerkannt. Für Ihre großen Verdienste wurde ihr das Bundesverdienstkreuz am Bande und das Ehrenkreuz „Pro Arte“ der Europäischen Am Anfang dieser Laudatio stand das Credo die Oper wird leben. Zu diesem Optimismus berechtigen Institutionen wie das Europäische KulturForum Mainau, getragen von der traditionell kulturverbundenen schwedisch königlichen Familie  Bernadotte und das Wirken der unermüdlichen Opernenthusiastin Brigitte Stephan. Weiterleben wird Oper und Gesang jedoch nur, wenn es gelingt die Jugend dafür zu begeistern. Weil unsere Preisträger auf dem Gebiet europäischer Jugendarbeit und Nachwuchsförderung Herausragendes leisten haben sie für ihren enormen, idealistischen Einsatz die heutige Ehrung in besonderem Maße verdient. Ich darf nun Christian Graf Bernadotte als Präsident des Europäischen KulturForums Mainau  und Frau Stephan auf die Bühne bitten, um aus der Hand unseres Präsidenten Frank Schneider die Gottlob Frick Medaille in Gold entgegenzunehmen.

Zitatende

 



 


 

„Ist das Kunst oder kann das weg? –
  Kunst im Rechtfertigungszwang“

Theater vergeuden öffentliche Gelder, wenn es sich auch um Geld handelt, das in einem Budget gebunden ist, aber zweckentfremdet durch interne Umschichtungen ausgegeben wird.

Theater verfälschen durch Überstülpen von - meist auch noch überdimensionierter - Bühnenaufbauten die Werke, so dass die Produktionen dem Geist des Autors nicht mehr entsprechen.
 
Theater nutzen die Unkenntnis des heutigen - vor allem jüngeren - Publikums, um durch Regie-Mätzchen Lachsalven an völlig falschen Stellen des Textes hervorzurufen und sich selber und damit der Öffentlichkeit vorzugaukeln, die Inszenierung habe Erfolg.


Theater werden damit der Verpflichtung zur Vermittlung von Werten nicht gerecht.
 

 
Zitat

[...]

Der Bumerang des Regietheaters

Viele Regisseure (oder besser: Regie-Teams, zu denen auch Bühnen- und Kostümbildner gehören) betrachten die Werke des Sprech- und Musiktheaters als ihre persönliche Spielwiese zur Verwirklichung ihrer Konzepte (von denen manchmal ein Zipfel zum Stück passt, und der große Rest des Stücks wird für das Konzept passend gemacht) und zeigen wenig bis keinen Respekt vor den Werken der Vergangenheit, von denen sich viele mit Recht den Status von Klassikern erworben haben. Sie werden unterstützt von großen Teilen des Feuilletons, dessen Auf­gabe als Kunstwächter mehr und mehr der des Werbeagenten für Innovation gewichen ist. Nicht mehr das Wahre, Gute und Schöne gilt als bewahrenswert, sondern das Zeitgemäße, das politisch Korrekte und, vor allem, das Neue wird als besonders förderungswürdig erklärt.
Dabei treten die aufzuführenden Werke immer mehr in den Hinter­grund oder werden als Folie für noch nie Dagewesenes in punkto Regie missbraucht. Der aktuelle Trend zur Beliebigkeit in allen gesellschaftlichen Bereichen (die aber dreist als Toleranz dargestellt wird) gibt dieser Praxis den Anschein von Berechtigung. Entsprechend werden die Freunde und Bewunderer der Klassiker, die naturgemäß auf einem werkgerechten Aufführungsstil bestehen, nicht als Hüter von Qualität gesehen, sondern als Ewig-Gestrige und Reaktionäre verächtlich gemacht. Sie fallen dem medial verstärkten Etikettenschwindel von cross-over und Pseudotoleranz zum Opfer und schrumpfen durch chronische Diskriminierung zur bedrohten Art.
Doch der Dauerbeschuss der Mahner mit der bewährten Waffe der gezinkten Begriffe könnte nach hinten losgehen und, wie jeder Bumerang, die Heckenschützen selber treffen. Es ist sogar die einzige reale Chance dieser mundtot gemachten Randgruppe. Wie soll das funktionieren?
Wenn der Modetrend des Regietheaters in seiner nächsten Runde, die absehbar ist, die letzten Tabus des Geschmacks beiseite geschoben haben wird, werden sich auch die Geduldigsten unter den Zuschauern nicht länger für dumm verkaufen lassen. Sie werden sich entweder endlich den Protestierern anschließen und lernen, warum (und wie!) man 'Buh' ruft - oder sie werden dem Theater samt Oper den Rücken kehren und zu Hause bleiben.
[...]
Zitatende

Textbeitrag von Johannes Schenke
 
 


Am 5. Oktober 2018 veröffentlichte die HAZ eine Aufforderung vom Bund der Steuerzahler an das Land Niedersachsen, die Subventionen für die Nds. Staatstheater zu kürzen.
Grundlage hierfür sind Untersuchungen, die ausweisen, dass vornehmlich das Haus der Nds. Staatsoper Hannover weder den Bildungsauftrag erfüllt, noch wirtschaftlich ordnungsgemäß geführt wird.

Im September 2018 stand das Haus der Nds. Staatsoper in Hannover an 18 Tagen leer.

Hinzu kam, dass die Vorstellung 'Tristan' am 30. September 2018 ersatzlos gestrichen wurde.

Der Bund der Steuerzahler für Bremen und Niedersachsen gab folgende Demarche heraus:

 

  Zitat
[...]

Der Bumerang des Regietheaters

Viele Regisseure (oder besser: Regie-Teams, zu denen auch Bühnen- und Kostümbildner gehören) betrachten die Werke des Sprech- und Musiktheaters als ihre persönliche Spielwiese zur Verwirklichung ihrer Konzepte (von denen manchmal ein Zipfel zum Stück passt, und der große Rest des Stücks wird für das Konzept passend gemacht) und zeigen wenig bis keinen Respekt vor den Werken der Vergangenheit, von denen sich viele mit Recht den Status von Klassikern erworben haben. Sie werden unterstützt von großen Teilen des Feuilletons, dessen Auf­gabe als Kunstwächter mehr und mehr der des Werbeagenten für Innovation gewichen ist. Nicht mehr das Wahre, Gute und Schöne gilt als bewahrenswert, sondern das Zeitgemäße, das politisch Korrekte und, vor allem, das Neue wird als besonders förderungswürdig erklärt.
Dabei treten die aufzuführenden Werke immer mehr in den Hinter­grund oder werden als Folie für noch nie Dagewesenes in punkto Regie missbraucht. Der aktuelle Trend zur Beliebigkeit in allen gesellschaftlichen Bereichen (die aber dreist als Toleranz dargestellt wird) gibt dieser Praxis den Anschein von Berechtigung. Entsprechend werden die Freunde und Bewunderer der Klassiker, die naturgemäß auf einem werkgerechten Aufführungsstil bestehen, nicht als Hüter von Qualität gesehen, sondern als Ewig-Gestrige und Reaktionäre verächtlich gemacht. Sie fallen dem medial verstärkten Etikettenschwindel von cross-over und Pseudotoleranz zum Opfer und schrumpfen durch chronische Diskriminierung zur bedrohten Art.
Doch der Dauerbeschuss der Mahner mit der bewährten Waffe der gezinkten Begriffe könnte nach hinten losgehen und, wie jeder Bumerang, die Heckenschützen selber treffen. Es ist sogar die einzige reale Chance dieser mundtot gemachten Randgruppe. Wie soll das funktionieren?
Wenn der Modetrend des Regietheaters in seiner nächsten Runde, die absehbar ist, die letzten Tabus des Geschmacks beiseite geschoben haben wird, werden sich auch die Geduldigsten unter den Zuschauern nicht länger für dumm verkaufen lassen. Sie werden sich entweder endlich den Protestierern anschließen und lernen, warum (und wie!) man 'Buh' ruft - oder sie werden dem Theater samt Oper den Rücken kehren und zu Hause bleiben.
[...]
Zitatende

Textbeitrag von Johannes Schenke
 
   
   
   

 

Am 5. Oktober 2018 veröffentlichte die HAZ eine Aufforderung vom Bund der Steuerzahler an das Land Niedersachsen, die Subventionen für die Nds. Staatstheater zu kürzen.
Grundlage hierfür sind Untersuchungen, die ausweisen, dass vornehmlich das Haus der Nds. Staatsoper Hannover weder den Bildungsauftrag erfüllt, noch wirtschaftlich ordnungsgemäß geführt wird.

Im September 2018 stand das Haus der Nds. Staatsoper in Hannover an 18 Tagen leer.

Hinzu kam, dass die Vorstellung 'Tristan' am 30. September 2018 ersatzlos gestrichen wurde.

Wie sehr die Nds. Staatsoper mit Produktionen wie 'Aida' und 'Tristan' neben der Publikumsgunst liegen, zeigen die beiden Bemerkungen:

http://www.telezeitung-online.de/Bemerkungen_zu_'Tristan'_Nds._Staatsoper_Hannover_16.09.2018.htm

http://www.telezeitung-online.de/Bemerkungen_zu_'Aida'_Nds._Staatsoper_Hannover_10.05._und_20.06.2018.htm

Der Bund der Steuerzahler für Bremen und Niedersachsen gab folgende Demarche heraus:
 


Zitat

 

10. Zuschüsse an die niedersächsische Staatstheater begrenzen (Kapitel 0660, 0661, 0674)

Alle drei niedersächsischen Staatstheater erhalten 2019 höhere Zuschüsse aus dem Landesetat. Die Finanzhilfen an die Staatstheater Hannover GmbH für den laufenden Betrieb sollen 2019 auf 64,4 Millionen Euro (plus 2,25 Millionen Euro) ansteigen. Das IST 2017 lag noch bei 60,2 Millionen Euro. In der Spielzeit 2015/2016 betrug die Zu-wendungshöhe 58,19 Millionen Euro (Angaben aus der Theaterstatistik des Deut-schen Bühnenvereins).

Das Staatstheater Braunschweig kann 2019 mit einer um 1,37 Millionen Euro erhöh-ten Zuwendung von 32,89 Millionen Euro rechnen. Allerdings steuert dazu die Stadt Braunschweig fast ein Drittel der Kultursubventionen (10,77 Millionen Euro) bei.

Für das Oldenburgische Staatstheater sind 2019 25,45 Millionen Euro (plus 838.000 Euro) an Landeszuschüssen vorgesehen, zu denen die Stadt Oldenburg 6,26 Millionen Euro beisteuert.

Vorschlag BdSt: Auf die Steigerung der Finanzhilfen sollte verzichtet werden. Den staatlichen Theatern müssen mehr und höhere Eigenanstrengungen zur Erhöhung des Kostendeckungsgrades zugemutet werden. Eine (steigende) Dauersubventionierung der Häuser lässt eigene Initiativen zu Kostensenkungen und Erlössteigerungen erlahmen. Dass die Staatstheater Hannover GmbH (und andere Häuser) die Zahl der angebotenen Plätze im Opernhaus bei einzelnen Vorstellungen (künstlich) verringert, um hohe Auslastungszahlen bei einzelnen Vorstellungen ausweisen zu können, sollten Landtag und Landesregierung nicht länger akzeptieren.

Einsparsumme: 4,46 Millionen Euro


Zitatende

 

 

 

Im April 2017 erging eine Petition an den Nds. Landtag:

 


Zitat

"[...]
Die Niedersächsische Landesregierung wird gebeten:
[...]
- die Nds. Staatsoper Hannover als 'Eine Institution des Landes Niedersachsen' so auszustatten, dass das künstlerische Niveau des Hauses unter qualifizierter Leitung durch Spielplangestaltung an 30 Tagen im Monat dem einer Landeshauptstadt entsprechen kann und die personellen wie wirtschaftlichen Anforderungen erfüllbar macht.
 [...]"

Zitatende

 




Beantwortet wurde das Petitum durch folgendes Schreiben mit nachfolgend abgedruckter Begründung
 


 


 


Das bedeutet:
Die Bühne im Opernhaus in Hannover wird zweckentfremdet, um überdimensionierte Bühnenaufbauten, die in den Werkstätten nicht zusammengebaut ausprobiert werden können, auf der Hauptbühne installiert werden.
Hierfür wird der Spielbetrieb eingeschränkt, was sich in dem ausgedünnten monatlichen Programm dokumentiert.

Das Haus mit seiner Bühne wird nur zu einem geringen Prozentsatz vor Publikum genutzt.

Inzwischen gab es  Demonstrationen der Theaterbedienstenten für eine bessere finanzielle Ausstattung des Unternehmens.

Auf die Aktion wurde vom Minister für Kultur und Wissenschaft wie folgt reagiert:




Der Bund der Steuerzahler Bayern spricht sich im Falle der Bayreuther Festspiele gegen die Vergabe öffentlicher Mittel aus.
"Wenn die das so machen wollen, wie sie es machen, dann sollen sie sich die Gelder am freien Markt besorgen!"

'Bühne für Oberfranken'
13.8.2013
'Tod eines Reisenden in Haushaltswaren'


oder

'Starke Schachteln schichtet mir dort inmitten der Bühne zu Hauf'



Noch immer sind Richard-Wagner-Vereine - allein in Deutschland - der Meinung, man müsse sich für die BT-Festspiele einsetzen.

Germany: Augsburg | Bad Reichenhall | Baden-Baden | Bamberg | Bayreuth | Berlin | Bielefeld | Bochum | Bonn | Braunschweig | Bremen | Chemnitz | Coburg | Dessau | Dönkendorf | Dortmund | Dresden | Düsseldorf | Eisenach | Erlangen [U] | Flensburg | Frankfurt am Main | Freiburg | Fulda | Halle | Hamburg | Hannover | Heidelberg | Karlsruhe | Kassel | Koblenz | Köln | Konstanz | Leipzig | Magdeburg | Mannheim | Minden | München | Münster | Neu-Ulm | Nürnberg | Pforzheim | Saarbrücken | Siegburg | Siegen | Solingen | Stuttgart | Trier | Ulm | Weimar | Wiesbaden | Wuppertal | Würzburg |

Die Frage, von Beobachtern gestellt, lautet aber, für welche Art von Festspielen will man sich verwenden? Und vor allem, wie will man das bewerkstelligen?

Bei dem was heute gezeigt wird, versucht man sich seitens der Subventionsempfängern rauszureden, die Kunst sei frei - die Definition des Begriffes 'Freiheit der Kunst' wird aber nicht vorgelegt.
Schon anlässlich des 'Holländer' in Würzburg wurde Frau Märtson - damals noch nicht Präsidentin - darauf hingewiesen, dass es in Bezug auf 'Freiheit' Grenzen gebe.

Um sich Freiräume zu schaffen, wird Wagner aus dem Zusammenhang gerissen zitiert, er habe gesagt, man solle beim Inszenieren das Neue schaffen.
 



 

 

 

Das selbst von den Bayreuther Festspielen fälschlicherweise verwendete Zitat:
’Kinder! macht Neues!’
bezieht Richard Wagner in seinem Brief an Liszt vom 8. September 1852 ganz eindeutig auf Hector Berlioz, der jahrelang an seinem ’Benvenuto Cellini’ herumkorrigierte.
Gemeint ist also: ’Kinder schafft neue Stücke!’
 



 

 

 

Dass Richard Wagner diese Aussage auf die Produktivität von Librettisten und Komponisten bezieht und nicht auf das Inszenesetzen von Stücken, zeigt auch sein Brief nur drei Monate später an Ferdinand Heine, dass seine Stücke so zu geben seien wie er sie sich gedacht habe.
Wer das nicht könne oder wolle, solle es bleiben lassen.
 


Ein Artikel im Nordbayerischen Kurier vom 16. Januar 2012

’Freunde von Bayreuth: Regie-Ideen vergraulen Mäzene’

und dem vermeintlichen Wunsch Richard Wagners 'modische Inszenierungen' zu präsentieren, wurde von einem nicht-deutschen Internet-Nutzer wie folgt kommentiert:

       
       
 

#2 | tristan   17.01.2012, 11:41 Uhr

 

Und dabei meinte er bekanntlich:

Schafft neue Werke! Wussten Sie das nicht?

Was lernt man eigentlich in den deutschen Schulen?

Als Norweger bin ich erstaunt über das niedrige Niveau.

Dagegen hat Wagner gesagt, man solle seine Werke geben so wie er sich es vorgestellt hat.

Wer das nicht kann oder will, soll es lassen, sagt er.

Also keine freie Bahn für narzisstische Regisseure.

Ich schlage vor, Sie halten sich zu RTL, Sat1 und anderen Sendern, die zu Ihnen passen.

 


 
 

 

Er hätte sich diesen Hinweis vom Dezember 1852 an Heine mit Sicherheit erspart, wäre er schon im Brief an Liszt vom September 1852 anderer Meinung gewesen.

 


Richard Wagner an Ferdinand Heine
Dezember 1852

. [...]
Gar nichts liegt mir daran,
ob man meine Sachen giebt:
mir liegt einzig daran,
daß man sie so giebt,
wie ich's mir gedacht habe;
wer das nicht will und kann,
der soll's bleiben lassen.
Das ist meine ganze Meinung

[...]
 

 

 
       
 

 

Dieter-David Scholz schrieb.
 am 21. März 2010
 in einem Beitrag für die 'Deutsche Welle':
 
 Wolfgang Wagner habe

 'mit seinem Werkstattgedanken
 künstlerischen Niedergang der Festspiele
'
 eingeleitet und mit der Frage nach seiner Nachfolge,
 habe er im März 1999 seine Zustimmung zu
 '
Schmierentheater-Possen',
 politischen Querelen und familiären Schlammschlachten'

 gegeben.
 

   


Auch das Theater Regensburg ist in der Diskussion.

 



 

Zitatende

Finanzen

13 Millionen Euro Zuschuss fürs Theater

Die Stadt Regensburg steckt so viel Geld in das Haus wie in keinen anderen ihrer Betriebe. Dabei wirtschaftet es ordentlich.

Regensburg.Das Theater ist unter den städtischen Betrieben und Töchtern das Haus, das am stärksten am Tropf der Stadt hängt: der Spitzenreiter vor Verkehrsbetrieben, Badebetrieben, Fußballstadion und Tourismus GmbH. Im jetzt vorliegenden Jahresabschluss für die Spielzeit 2016/2017 stehen knapp 13,1 Millionen Euro als Bilanzverlust, den die Stadt ausgleicht. In den vergangenen sechs Jahren ist er um 2,8 Millionen Euro gewachsen. Dabei wirtschaftet das Theater Regensburg im Vergleich mit anderen Städten in der Größe Regensburgs ordentlich.

3,39 Millionen Euro Umsatzerlös machte das Theater in der Spielzeit. Dazu kommen 5,28 Millionen Euro sonstige Erträge; darunter fällt der Zuschuss des Landes. Demgegenüber stehen 21,74 Millionen Euro Ausgaben.

 

Das viele Personal kostet

Der größte Posten sind mit 16 Millionen Euro die Personalausgaben. Sie sind um 286 000 Euro gestiegen im Vergleich zum Vorjahr. Die Mehrkosten auf die Kartenpreise zu schlagen, kommt für die Theaterleitung aus kaufmännischer Direktorin Waltraud Parisot und Intendant Jens Neundorff von Enzberg ebenso wenig in Frage wie ein Spar-Programm. „Grundsätzlich ist es immer so: Kultur trägt sich nicht selbst“, sagt Parisot. In den Bilanzen aller kommunalen Theater in Deutschland steht ein Defizit. In Parisots Jahresabschluss heißt es: „Um einer breiten Gesellschaftsschicht den Zugang zum Theater zu ermöglichen, sind der Höhe der Kartenpreise Grenzen gesetzt.“

 

Die Theater-Doppelspitze: Waltraud Parisot und Jens Neundorff von Enzberg Foto: Julia Ried
Die Theater-Doppelspitze: Waltraud Parisot und Jens Neundorff von Enzberg Foto: Julia Ried

Ohnehin müsste die Preissteigerung enorm ausfallen, um einen Effekt zu zeigen: Ein Besucher bringt dem Stadttheater durchschnittlich 22,18 Euro ein. Das ist ein guter Wert. Den Zahlen des Deutschen Bühnenvereins zufolge lag 2015/2016 in Kommunen zwischen 100 000 und 200 000 Einwohnern der Erlös pro Gast im Schnitt bei 18,97 Euro. Für einen kostendeckenden Betrieb müssten es in Regensburg 124,67 Euro sein. Die Konsequenz: Die Stadt bezuschusst jeden Theaterbesuch im Schnitt mit 102,49 Euro. Diese Subvention ist im Vergleich relativ klein. Von Theatern in Kommunen in der oben genannten Größenordnung werden in der Regel circa 14,60 Prozent der Kosten des laufenden Betriebs durch selbst erwirtschaftete Erlöse abgedeckt – in Regensburg sind es 17,19 Prozent.

Das Publikum ist dem Theater treu. Es hat mit seinen 679 Vorstellungen, Konzerten, Matineen, öffentlichen Proben und Sonderveranstaltungen insgesamt 174 367 Besucher erreicht. Das Publikum trage auch Risiken mit, lobt der Intendant, sei „extrem offen“. „Wir waren extrem mutig mit Ur- und Erstaufführungen.“ Sie sind für ihn die „Leuchttürme“ im „Theater für die breite Masse“, das er anbieten möchte. „Es war auch ein Risiko, ,Producers‘ zu machen“, sagt er. Doch das Publikum liebte das Stück. 25 Vorstellungen von „The Producers“, der Satire auf das Showbusiness nach dem Buch von Mel Brooks, waren bis auf den letzten Platz besetzt. Schlecht ausgelastet dagegen war das große Velodrom bei „Lehman Brothers“ über Aufstieg und Fall der Investmentbank-Dynastie und „Hamlet“. Insgesamt lag die Auslastung bei 82,69 Prozent.

 

Das Ziel: Mehr Gastregisseure

Neundorff von Enzberg ist mit Besucherzuspruch und Einnahmen mehr als zufrieden. Sein Plan für die Zukunft: „Ich möchte, dass das Haus so konstant bleibt in der Wahrnehmung.“ Er will es stärker international vernetzen, mit einem anspruchsvollen Programm mehr Gastregisseure anziehen. Die gehen lieber an größere Häuser, die bessere Gagen zahlen.

Defizit-Betriebe

  • Verkehrsbetriebe:

    Die Stadtwerke glichen 2016 für ihre Tochter Regensburger Verkehrsbetriebe, die den Stadtbusverkehr stemmt, ein Defizit von 9,4 Millionen Euro aus.

  • Sportstätten:

    Die Badebetriebe verzeichneten 2016 für Bäder und Donau-Arena einen Verlust von 7,5 Millionen Euro. Das Fußballstadion brachte der Stadt ein Minus von 3,4 Millionen Euro.

Bis 2022 stockt die Stadt ihre Unterstützung jedes Jahr um 2,5 Prozent auf, was für das Theater durchaus eine Herausforderung darstellt. Denn allein die Gehälter im öffentlichen Dienst stiegen im März 2018 um 3,19 Prozent. Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra erläutert: „Das Theater erhält von der Stadt regelmäßig Budgetvorgaben.“ Es halte sich seit Jahren sehr diszipliniert daran. Neundorff von Enzberg allerdings hätte gern noch mehr Geld von der Stadt. „Ich bin wirklich sehr glücklich, vor allem, dass die Finanzierung über die nächsten fünf Jahre gesichert ist. Aber natürlich freut sich jeder Arbeitgeber über mehr Unterstützung.“

Zitatende
 



Diesem Artikel folgte ein offener Brief des Bürgermeisters Huber, der einen bestellten Eindruck machte.

 


Zitat





https://www.regensburg-digital.de/wp-content/uploads/2018/05/Offener-Brief-5.pdf


Zitatende

 


Mit dem ’offenen Brief’ vom 30. Mai 2018 werden Aussagen der MZ vom 16. Mai 2018 das Theater Regensburg betreffend beklagt.

In diesem Zusammenhang muss man auf Bemerkungen des zur Zeit suspendierten Regensburger Oberbürgermeisters Wolbergs aufmerksam machen:
 

 

Zitat

“Das kostet uns richtig viel Geld.
Mit welchem Recht sagen wir, die Infrastruktur-Einrichtung Theater ist wichtiger als die Infrastruktur-Einrichtung Stadion?”,
fragte er rhetorisch in den Saal, der mit großem Applaus antwortete."
Regensburger Wochenblatt am 16.11.2010 über eine Aussage von Bürgermeister Wolbergs während einer Podiumsdiskussion zum Neubau eines Fußballstadions in Regensburg.

Zitatende

 

Regensburger Wochenblatt am 16.11.2010 über eine Aussage von Bürgermeister Wolbergs
während einer Podiumsdiskussion zum Neubau eines Fußballstadions in Regensburg.

 

Als die Nachfolge von Ernö Weil zu bestimmen war, ist niemand der Stadtverwaltung nach Braunschweig gereist, um zu sehen, wie der Bewerber Jens Neundorff von Enzberg dort als Operndirektor wirkt.
Hier einige Beispiele zu dem wie es war:

http://www.telezeitung-online.de/Bemerkungen_zu_%27Don_Giovanni%27_im_%27
Staatstheater_Braunschweig%27.htm

http://www.telezeitung-online.de/Bemerkungen_zu_'Tristan_und_Isolde'_im_
'Staatstheater_Braunschweig'.htm

http://www.telezeitung-online.de/Bemerkungen_zu_'Cosi_fan_tutte'_im_
'Staatstheater_Braunschweig'_28.02.2014_rev..htm


Von der MZ wird am 16. Mai 2018 die finanzielle Situation des Theaters im Gesamtbudget herausgestellt, kaum ein Wort über die Wertigkeit der gebotenen Produktionen, lediglich ’The Producers’ wird ausführlich erwähnt.

Über so genannte Kritiken wird gelegentlich intellektuelle Sauce gekippt, um sich abzuheben und nicht der kostenfreien Pressekarten oder Anzeigeneinnahmen verlustig zu gehen.

Dass die Verpflichtung einer Frau Junge – wurde sie doch vom jetzigen Regensburger Theaterdirektor aus Braunschweig mitgebracht, dort beim Intendantenwechsel nicht übernommen - dem Theater Regensburg in Bezug auf Auswahl der Stücke, Verpflichtung von Leitungspersonal wie für Regie, Bühnenbild, Kostüme dem Theater Regensburg und damit der Stadt geschadet hat, wird nirgendwo erwähnt.
Nach - wie man hört - lautstarken Auseinandersetzungen zwischen Theaterdirektor und Schauspieldirektoren (früher reichte bei Herrn Bleiziffer der Begriff 'Oberspielleiter') - wird sie nun von einem Fachmann, Herrn Kusenberg, ersetzt, so dass das Schauspiel, eine Chance hat, wieder als solches wahrgenommen zu werden.

Unter ihr gingen
'Die Räuber'
http://www.telezeitung-
online.de/Betrachtungen_zu_'Die_Raeuber'_-_Theater_Regensburg_am_1.12.2012.htm
und
http://www.telezeitung-online.de/Bemerkungen_zur_Produktion_%27Die_Raeuber%27_-_Theater_Regensburg_01.12.2012.htm
wie auch
Woyzeck
http://www.telezeitung-online.de/Bemerkungen_zu_%27Woyzeck%27_10.10.2014_Theater_RBG-final.htm
oder
'Der Prozess'
http://www.telezeitung-online.de/Bemerkungen_zum_Thema_des_Tages_20._Juli_2016_%27
Der_Prozess%27.htm

und auch
'Maria Stuart'
http://telezeitung-
online.de/Bemerkungen_zu_%27Maria_Stuart%27_-_Oberpf._Metropol-Theater_Regensburg_22._September_2017.htm

http://www.telezeitung-online.de/Thema_des_Tages_29._Juni_2018_'Vier_Abende_im_Theater_RBG'.htm


- 'in den Teich’, um nur einige zu nennen und um 'Faust', 'Hamlet', 'Platonow' gar nicht erst zu erwähnen.

Auch das Musiktheater hatte - unabhängig von Frau 'Schauspieldirektorin' Junge - seine Probleme durch die Darstellung des jeweiligen Werkes wie z.B.

http://www.telezeitung-online.de/Bemerkungen_zur_Regensburger_%27
Klassikerzerstoerung%27.htm

http://www.telezeitung-online.de/Eindruecke_von_Verdis_%27
Aida%27_-_im_Theater_Regensburg.htm

http://www.telezeitung-online.de/Bemerkungen_zu_
'Tristan_und_Isolde'_29.11.2014_Theater_RBG_final.htm

Bei der Produktion 'Tristan' mussten die Karten für den 3. Rang preisreduziert abgegeben werden, weil erst bei den Endproben festgestellt wurde, dass das Publikum auf diesen Plätzen nur die Beine der Darsteller sehen konnte. Niemand bemerkte den Fehler. Kein Regieassistent kontrollierte die Gegebenheiten. Der Bayerische Oberste Rechnungshof wurde darüber informiert.
Das Regensburger Publikum ist der urteilssicheren Aufnahme eines Werkes völlig entwöhnt.
Es nimmt die Stücke in ihrer jeweiligen Darstellung unkritisch als gegeben und als richtig vorgeführt an.

Es fragt sich, wie Werte an Migranten vermittelt werden sollen, wenn deutsche 'Künstler' Werke der deutschen Hochkultur auf schlimmste Weise verfälschen.

Eine einzige Katastrophe die kürzlich vorgestellte Produktion der 'Salome'.
Hier gilt keine Ausrede, es handele sich um Interpretation bzw. Deutung. Als der Fall an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover anlässlich eines Seminars ’Frauen auf und hinter der Bühne’ vorgetragen wurde, gab es wegen des in Regensburg gezeigten Endes der Oper entrüstete Kommentare.

Erinnert sei hier an die noch laufende grauenvolle Produktion von 'Black Rider' - auch unter der Leitung von Frau Junge unter der nicht vorhandenen Oberaufsicht des Regensburger Theaterdirektors. Der war zu der Zeit angeblich anderweitig zu sehr beschäftigt.

Wir haben etwas für den Erhalt unserer Werke zu tun und dies in der Öffentlichkeit zu vertreten und nicht schweigend daneben zu stehen und uns eben nicht einfach vom Theater amüsieren zu lassen.

Wie meinte eine bayerische Note-1-Abiturientin zum Thema Schiller ’Kabale und Liebe’ befragt:
“Ach da war doch was mit einer Limonade!“

http://www.telezeitung-online.de/Bemerkungen_zu_'Kabale_und_Liebe'_
Deutsches_Theater_Berlin_4.4.2010.htm
und

http://www.telezeitung-online.de/Kritik_'Kabale_und_Liebe_-_Schaubuehne_Berlin_01.11.09_final_mit_Besetzung.htm
 


Was nehmen wir von unserer eigenen Kultur eigentlich noch ernst?

Theater arbeiten sich zu Lasten des Steuerzahlers am Bildungsauftrag vorbei - hin zu einfachstem Entertainment.

Eine Kürzung der Subventionen wurde im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Lage der Stadt anlässlich des Regensburger Gesprächs Nr. 1 im MZ Medienhaus am 25. Oktober 2016 vom suspendierten OB Wolbergs angedeutet. Sollte sich die wirtschaftliche Lage der Stadt Regensburg einmal verschlechtern, müsse man auch an die Schließung einer Sparte am Theater denken.

 


 

Kalenderblätter

 

   Maria Callas
                              ... am 04. Dezember 1935 geboren

Renata Tebaldi war Kollegin und Konkurrentin, wenn beide doch nur im Sinne des Geschäfts.

Die Callas, die primadonna assoluta, meinte 1958 in der Römischen Oper eine Vorstellung der 'Norma' nach der Arie im ersten Akt abbrechen zu müssen, weil sie sich selber an dem Abend als nicht genug gut ansah, um dem italienischen Staatspräsidenten zu genügen.
Der musste dann eben nach Hause gehen.

Nutznießerinen der Affäre waren in Italien Anita Cerquetti, die am 4. Januar 1958, nur zwei Tage nach jener denkwürdigen Norma-Vorstellung für die erkrankte Maria Callas einsprang und international profitierte Leonie Rysanek von der Unpässlichkeit der Sopranistin.

Hohe Ansprüche an sich selber auf der einen Seite, dann aber doch am Ende der Karriere nur um noch mal auf der Bühne zu stehen, den Erfolg herbeizwingen zu wollen, sang sie 'Väterchen, teures höre' aus Puccinis Gianni Schicchi.
Sie holte sich damit selber vom Sockel ihres Denkmals.

In New York geboren, ging sie mit Schwester und Mutter mit 14 Jahren nach der Scheidung der Eltern zurück nach Athen, nahm dort Gesangsunterricht, debütierte 1938 an der Athener Oper als Santuzza. 1942 sang sie ihre erste Tosca, dann 1944 die 'Tiefland'-Marta, 1945 schon in der Arena di Verona die Gioconda in Ponchiellis gleichnamiger Oper.

1948 folgten kurze Ausflüge ins deutsche Fach.

Dann aber die große Entfaltung all' ihrer Möglichkeiten in den Werken Bellinis, Donizetti, Rossini, Gluck, Spontini und Cherubini, Verdi, Giordano und Puccini an allen großen Opernhäusern der Welt.

Remastered Ton-Aufnahmen zeigen ihre Möglichkeiten, die Einmaligkeit des Stimmumfangs, der spezielle Sound, die Virtuosität.

Den Welterfolgen stand ein unausgefülltes Privatleben gegenüber.
Der Schock, dass der langjährige Geliebte ihr die Kennedy-Witwe als Ehefrau vorzog.

 

   José Carreras
                           ... am 05. Dezember 1935 geboren

Die kürzlich verstorbene Montserrat Caballé entdeckte ihn, förderte die Ausbildung seiner Stimme und hielt die Hand über die Karriere.

1970 debütierte er am Liceo in Barcelona als Flavio in der 'Norma'.
Sehr schnell kamen die großen Partien wie Alfredo in der 'Traviata', Nemorino im 'L'elisier', und auch schon Cavaradossi in der 'Tosca', die ihn nach London und New York führten.
 

Ob es ihm und den Möglichkeiten seiner Stimme gut tat, dass Karajan ihn für Salzburg im 'Don Carlo', als José in der 'Carmen' und sogar als Radamés besetzte - steht dahin.

1983 sang er in Wien neben Katja Ricciarelli den Calaf.

Leonard Bernstein wollte seiner Westside Story eine Platz im Opernrepertoire geben und besetzte den Toni mit José Careras, die Maria mit Kiri Te Kanawa und Tatjana Trojanos als Anita.
Irgendwie tat er sich schwer mit der Partie.
https://www.tagesanzeiger.ch/kultur/klassik/Klassiker-der-Woche-Ein-Star-wird-zusammengestaucht/story/17118211

Der Welterfolg der 'Drei Tenöre' hob José Carreras auf ein besonderes Postament, neben ihm Placido Domingo und Luciano Pavarotti.

   Elisabeth Schwarzkopf
                             ... am 09. Dezember 1915 geboren

Nach ersten Erfolgen an der Städtischen Oper in Berlin - dort debütierte sie 1938 als Blumenmädchen im 'Parsifal' - wurde sie an die Wiener Staatsoper verpflichtet, wo sie zum legendären Mozart-Ensemble gehörte. Sie sang Susanna und Gräfin in 'Nozze', Elvira im 'Giovanni', Fiordiligi in 'Cosi' dort und auch bei den Salzburger Festspielen, in Covent Garden 1947 die Elvira zum ersten Mal, an der Scala die Gräfin 1948.

1951 war sie die Eva in 'Meistersinger' in Bayreuth.

Im selben Jahr sang sie die Uraufführung der Oper 'The Rakes Progress'  unter der Leitung des Komponisten Igor Strawinsky im Theater in Venedig. Ihr Partner als  Tom Rakewell war Rudolf Schock.

1953 heiratete sie den Plattenproduzenten Walter Legge, der mit ihr bei Columbia viele Aufnahmen produzierte, so dass ihr farbenreicher - auch als allzu artifizieller kritisierter - Vortrag und die subtilen Nuancierungen der Texte der Nachwelt erhalten blieben.

Ihre aristokratische Eleganz in der Erscheinung, die technisch makellos geführte Stimme, machte sie zur Idealbesetzung der Marschallin, der 'Figaro'-Gräfin, der 'Capriccio'-Gräfin.

Nach Ernst Klee stellte sie am 26. Januar 1940 einen Aufnahmeantrag in die NSDAP, dem am 1. März 1940 mit der Mitgliednummer 7 548 960 stattgegeben wurde.
In der Zeit von 18. bis 25. September 1941 gastierte sie mit dem Deutschen Opernhaus Berlin mit der 'Fledermaus' in Paris, einer Veranstaltung der NS-Gemeinschaft 'Kraft durch Freude' im Auftrag des Reichspropagandaministerium, finanziert mit 200.000 Reichsmark. Am 6. September 1942 gastierte mit Liedern von Pfitzner an der Reichsuniversität Posen, die Festrede hielt Gauleier Greiser

Sie spielte in den Filmen:
1939 - 'Das Mädchen von Saint Coeur'

  • Produzent: Hans Herbert Ulrich
  • Regie: Bernhard Wentzel
  • Drehbuch: Werner E. Hintz
  • Kamera: Günther Anders
  • Musik: Werner Eisbrenner
  • 1940 - Drei Unteroffiziere
    mit

  • Albert Hehn: Unteroffizier Rauscher
  • Fritz Genschow: Unteroffizier Kohlhammer
  • Wilhelm H. König: Unteroffizier Struve
  • Wilhelm Althaus: Hauptmann Gruber
  • Heinz Engelmann: Leutnant Strehl
  • Wolfgang Staudte: Hauptfeldwebel Kern
  • Hermann Pfeiffer: Hilfsregisseur Lohmann
  • Ruth Hellberg: Schauspielerin Gerda
  • 1943 - Nacht ohne Abschied

    mit
    Karl Ludwig Diehl als Oberst Gösta Knudson, Schwadronführer
    Anna Dammann als Karin Knudson
    Hans Söhnker als Rittmeister Gunnar Nyborg
    Otto Gebühr als Oberstabsveterinär Peterson

    1944 - Der Verteidiger hat das Wort

    mit
    Heinrich George als Justizrat Jordan
    Carla Rust als Tochter Gisela Jordan
    Rudolf Fernau als Juwelier Günther Fabian
    Margit Symo als Tänzerin Ria Norady
    Karl Schönböck als Kapellmeister Jack Gillmoore
    Eduard von Winterstein als Gerichtsvorsitzender
    Claus Clausen als Staatsanwalt
    Walther Suessenguth als Untersuchungsrichter
    Ernst Legal als Buchmacher Seibold

    Der österreichische Historiker Oliver Rathkolb behandelte das Thema der Mitgliedschaften in der NSDAP in seiner Dissertation aus dem Jahr 1982, woraufhin das Verhältnis der Sängerin zum Nationalsozialismus in der Öffentlichkeit immer wieder thematisiert und kritisiert wurde. In der Nachkriegszeit machte sie oft widersprüchliche Angaben, leugnete ihre NSDAP-Parteimitgliedschaft zunächst und verteidigte sie dann mit unterschiedlichsten Erklärungen. Man  warf der Sängerin 'typische Verdrängungsmechanismen und rücksichtslosen Karrierismus in der NS-Zeit' vor - wie es auch bei Leni Riefenstahl der Fall war.
    Dass man in der damaligen Zeit zwangsläufig darauf achten musste, irgendwie unbeschadet sein Leben zu gestalten, darf dabei nicht außer Acht gelassen werden.
     


     

       Edita Gruberova
                                ... am 23. Dezember 1946 geboren
     

    Das Studium brachte sie von ihrer Heimatstadt Pressburg nach Prag und später nach Wien.

    Ihr Debüt gab sie an der Oper Ihrer Heimatstadt als Rosina in Rossinis 'Barbier', 1972 folgte ein Gastspiel an der Wiener Staatsoper mit der Königin der Nacht in der Zauberflöte. Ein Langfristengagement an diesem Opernhaus war das Ergebnis dieses 'Vorsingens'.
    1978 war sie die Zerbinetta in einer Produktion die Karl Böhm dirigierte und die sie an die Spitze der Koloratursoprane brachte.

    Danach sang sie Konstanze, Donna Anna von Mozart und Elvira in Bellinis 'Puritani', in Donizettis 'Maria Stuarda' die Titelrolle in 'Roberto Devereux' die Elisabetta, in Verdis 'Rigoletto' die Gilda und in seiner 'Traviata' die Violetta.

    1977 debütierte sie an der New Yorker Met mit der Königin der Nacht. Später sang sie dort unter James Lewine auch die Zerbinetta.

    Zu einer ihrer Glanzrollen wurde die Titelrolle von Donizettis 'Lucia di Lammermoor'.

    Da ihre Stimme für die Schallplatte besonders geeignet war, konnte ihre Kunst für die Nachwelt durch perfekte Aufnahmen erhalten bleiben.

    Da sie aber nicht einsah, dass die Plattenfirmen im Verhältnis zu den durch ihre Gesangkunst und Musikalität ermöglichten Umsätzen die großen Gewinne einschoben, gründete sie 1931 ihr eignes Plattenlabel  NIGHTINGALE CLASSICS, das sich vorwiegend dem Kunstgesang widmet.

    Mehr als 50 Aufnahmen des Katalogs dokumentieren dabei Darbietungen von Edita Gruberova, der „Königin des Belcanto“.
     

       Renato Bruson
                                ... am 13. Januar 1936 geboren

    Als Kind schon im Kirchenchor mit dem Singen vertraut gemacht, studierte er am Conservatorio Pollini in Padua Gesang bei Elena Ceriati. Das Debut fand 1961 am Teatro Sperimentale in Spoleto mit der sängerisch anspruchsvollen Rolle des Grafen Luna statt.

    Eine große Karriere begann als er 1972 in Mailand an der Scala in Mailand den Antonio in Donizettis 'Linda di Chamonix' sang.

    Unbekanntes auf die Bühne zu bringen sah er als eine Herausforderung an, der er sich gern stellte.

    So sang er - auch 1972 - in Neapel den Lusignano in 'Caterina Cornbaro' einer Oper („tragedia lirica“) mit einem Prolog und in zwei Akten von Gaetano Donizetti auf einem Libretto von Giacomo Saccero. Das heute weitgehend vergessene Werk wurde am 12. Januar 1844 im Teatro San Carlo in Neapel erstmals aufgeführt und ist die letzte seiner Opern, deren Uraufführung Donizetti noch erlebte.

    1982 sang Bruson in Florenz den Duca D'Alba. Hierbei handelt es sich um eine vieraktige Oper an der Donizetti die Arbeit nach der Hälfte einstellte. Sie wurde erst 34 Jahre nach Donizettis Tod von seinem ehemaligen Schüler Matteo Salvi fertiggestellt.

    Renato Bruson auch stets bereit, Rollen auch für wenige Aufführungen zu lernen, wie etwa den 'Cristoforo Colombo' für eine CD-Produktion des Hessischen Rundfunks 1992 in der gleichnamigen Oper von Alberto Franchetti oder den Stankar in Verdis 'Stiffelio', den er extra für Aufführungen an der Wiener Staatsoper 1996 neu einstudierte.

    Seine Paradepartien waren Rigoletto, Jago und Macbeth und 1984 in Los Angeles der Falstaff, und dann bei den Festspielen von Orange der Posa im Don Carlo.
     

       Marilyn Horne
                                   ... am 16. Januar 1934 geboren

    Anfänglich meinte sie, die Öffentlichkeit und die Fachwelt als Sopranistin richtig eingesetzt zu sein.

    Nach Studium in Los Angeles
    ging sie 1956 nach Gelsenkirchen, wo sie große Partien ihres Fach sang und auch entsprechend Erfolg hatte.

    Als eine Kollegin in San Francisco krank wurde, holte man sie für die Marie nach Kalifornien. Sie blieb und gastierte mit der Rolle auch in London.

    1961 lernte sie die Joan Sutherland kennen als sie zu einem Konzert für Bellinis 'Beatrice di Tenda' für die Rolle der Agnese del Maino nach New York eingeladen wurde.

    Der Erfolg eröffnete ihr ein für sie neues Fach. Sie widmete sich fortan dem Ziergesang des Belcanto-Repertoires, das sie mit Richard Bonygne, dem Ehemann von Joan Sutherland, einstudierte und zu neuer Blüte brachte.

    Besonders die Rossini-Opern gaben ihr die Möglichkeit ihr besonderes Talent unter Beweis zu stellen.

    Sie dang den Arsace in 'Sermiramide', den Necoel in 'L'assedio die Corinto', die Isabella in 'L'italina in Algerie', den mnalvom in 'La donna del lago', den Falliero in 'Bianca e Falliero', den Andromache gemeinsam mit Montserrat Caballè  in 'Ermione'.
    Weiter war sie Händels 'Rinaldo' und Vivaldis 'Orlando furioso'.

    Viele Rollen, die sie auf der Bühne dang, sind auch auf Tonträger aufgenommen worden und zeigen hier die ganze Gesangskunst der Marilyn Horne.

       Placido Domingo
                                    ... am 21. Januar 1947
    geboren

    Überall gefeiert und mit Jubel überschüttet, musste er sich 2018 Buh-Rufe gefallen lassen.
    Er wurde nicht als Sänger, sondern als Dirigent kritisiert.
    Als Stargast nach Bayreuth eingeladen, dirigierte er dort 'Die Walküre', die man für ihn aus dem Castorf-Ring übrig gelassen hatte mit so verschleppten Tempi, dass Catherine Foster als Brünnhilde bei der Stelle      atemlos heftig mit dem Fuß aufstampfe und einen bösen Blick in den Orchestergraben zum Dirigenten sandte.

    Domigo studierte in Mexico City und begann seine Karriere 1959 als Bariton. Er erarbeitete sich das Tenorfach und begann die Laufbahn in diesem Stimmfach.
    Von 1962 bis 1965 war er an die Oper von Tel Aviv engagiert. Von dort holt ihn Rolf Liebermann mit einem Stückvertrag als Cavaradossi nach Hamburg.

    Die internationale Laufbahn als Tenor ließ ihn fast alles singen, was in diesem Stimmfach möglich ist. Jetzt kehrte er zum Bariton zurück und ist hier u.a. auch mit Luna, Rigoletto, Simone Boccanegra, Nabucco, Vater Germont, Posa, Renato und Macbeth erfolgreich.

    Als Leiter - zunächst der Oper Washington - ist er in Los Angeles tätig.

    Er gründete die Förder-Stiftung 'Operalia', die an verschiedenen Orten der Welt Nachwuchskräfte vorstellt.

    Als Dirigent ist Placido Domingo weiter 'im Rennen'.
    So war es eben auch in diesem Jahr in Bayreuth.
    https://www.merkur.de/kultur/straucheleinheiten-pl-cido-domingo-dirigiert-in-bayreuth-10085978.html

     

    Kommentar


    Zitat

    Premiere Siegfried
    Unter jedem Dach steckt auch ein Ach – dieser Spruch passt wohl am Besten zu der Premiere von SIEGFRIED am 29.09.2018 in der Oper Chemnitz.

    Während des Vorspiels, bekam man eine Ahnung, dass es kein schöner Abend werden könnte: Die schwangere Sieglinde wird erst von Mime ermordet, dann schneidet er mit einem Messer den schreienden Säugling aus ihrem Leib heraus. In den folgenden Minuten laufen dann immer größer werdende Kinder mal von links nach rechts oder umgekehrt über die Bühne, um uns zu zeigen, wie unbeschwert der kleine Siegfried aufwachsen konnte.

    Die Inszenierung von Sabine Hartmannshenn hat sich vom Text weit entfernt, ohne insgesamt ein schlüssiges Konzept vorzulegen. "Siegfried gebraucht die Menschen als Machtinstrument und lernt zu verstehen, was Macht bewirken kann", schreibt sie im Programmheft, und lässt dazu viele Menschen mal mit, mal ohne Goldmaske auftreten und zum Schluss sogar das Liebespaar Brünhilde und Siegfried von diesen Maskenmenschen unter Führung von Alberich und Hagen einkreisen, also quasi auf Götterdämmerung hinweisend.

    Außer Mime müssen alle Männer mit bloßem Oberkörper auftreten und Alberich muss die Hosen runter lassen, damit er zu Beginn des 2. Akts eine Frau auf offener Bühne vergewaltigen kann, was weder der Ästhetik noch der Handlung dienlich ist.

    Die Regisseurin weiß auch, warum Siegfried kurz vor der Begegnung mit Brünhilde den Waldvogel nicht mehr hören kann: Wotan hat, nachdem er bei Erda nichts ausrichten konnte, aus lauter Frust kurzerhand dem Vogel den Hals umgedreht. So war es nachvollziehbar, dass sich am Ende unter den allenfalls freundlichen Applaus auch kräftige Buhrufe mischten.

    Felix Bender am Pult der Robert-Schumann-Philharmonie dirigierte sehr breit, oftmals zu laut und vor allem im 3. Akt wie in einer Nummernoper, so dass der große zusammenhängende Bogen derart auseinander gerissen wurde. Die reine Aufführungsdauer ist bei jedem Akt deutlich länger als bei jeder CD-Einspielung, wodurch der großartigen Musik die Spannung genommen wurde und zeitweilig geradezu auch Langeweile auftrat. Aber das Chemnitzer Publikum liebt Herrn Bender und feierte ihn frenetisch.

    Star des Abends war unbestritten Arnold Bezuyen als Mime. Spielerisch und sängerisch überstrahlte er das ganze Team. An zweiter Stelle ist Ralf Lukas zu nennen, der mit kräftiger Stimme den rastlosen Wanderer gab. Daniel Kirch lieferte in der Titelpartie trotz einiger Wackler insgesamt doch eine ordentliche Leistung ab. Einen sehr schönen Bass hat Avtandil Kaspeli, der leider nur in der kleinen Rolle des Fafner zu hören war.

    Ausgesprochen ärgerlich war die Besetzung von Christiane Kohl als Brünhilde, denn sie ist alles andere als ein dramatischer Sopran. Ihre Stimme hat keinen metallischen Klang und besteht in der Mittellage fast ausschließlich aus Sprechgesang. Obwohl ihre Partie schon nach unten transponiert worden war, traf sie die Spitzentöne nicht. Hinzu kommt, dass auch ihre
    spielerischen Fähigkeiten eingeschränkt sind: Ihr Gesicht zeigte unverhohlen Ekel, als sie den verschwitzten Siegfried an seiner nackten Brust anfassen musste.

    Wie immer lade ich Sie ein, sich selbst ein Bild zu machen:
    Am 19.01. | 20.04. | 08.06.2019 steht SIEGFRIED erneut auf dem Spielplan der Oper Chemnitz.

    Zitatende

    Matthias Ries-Wolff
    Präsident Richard-Wagner Verband Chemnitz e.V.

     



     

    Und damals in Leipzig
     


     
        24. Oktober 2008


    Pressemitteilungen

    Leipziger Erklärung der Richard Wagner Verbände
    der neuen Bundesländer und Berlins


    Am 24. Oktober trafen sich die Vorstände der Richard-Wagner-Verbände
    Berlin-Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Dessau, Halle und Magdeburg sowie Weimar, Chemnitz, Dresden und Leipzig zu einem Arbeitstreffen in Leipzig, der Geburtsstadt
    des Komponisten Richard Wagner.

    Es wurde Einvernehmen erzielt, dass die Vorbereitung und Durchführung des 200. Geburtstags des Namenspatrons sowohl für die lokalen Verbände als auch für den Bundesverband und den Richard Wagner Verband International von herausragender Bedeutung ist. Sie werden dazu in der Geburtsstadt des Komponisten zu Gast sein.

    Die Vorstände stellen fest, dass auf der Stadt Leipzig eine besondere Verantwortung lastet, den 200. Geburtstag des Leipziger Sohnes Richard Wagner würdevoll und der Bedeutung seines Werkes angemessen zu begehen. Dazu gehört auch, Richard Wagner gleichberechtigt und sichtbar in den Kanon bedeutender Köpfe der Musikstadt Leipzig aufzunehmen.

    Im Verständnis der Vorstände hat die Oper Leipzig eine besondere Verantwortung bei der Pflege des Wagnerschen Werkes. Sie sollte der Ort für
    die Aufführung aller Opern des Komponisten sein.
    Es wird erwartet, dass im Mai 2013 nach langer Pause und als Ausdruck des Respekts und der Achtung gegenüber Richard Wagner seine Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ zur Aufführung kommt.


    Die Vorstände sind sich einig, dass die Oper Leipzig nicht zur Experimentalbühne am Werk Richard Wagners mutieren darf.
    Die Vorgänge um die Premiere der Oper „Der fliegende Holländer“ dürfen sich nicht wiederholen.
    Die versammelten Richard Wagner Verbände einigten sich darauf, ein verstärktes Augenmerk auf die Verantwortung der Intendanzen gegenüber dem Werk Richard Wagners und der Interpretation durch die Regisseure zu legen.

    Es wird vereinbart, die Zusammenarbeit zu vertiefen und dazu regelmäßige Arbeitstreffen durchzuführen. Inhaltliches Ziel ist vor allem die Herausarbeitung der Bedeutung Mitteldeutschlands für die Entwicklung des Komponisten und als Stätten der Wagnerpflege.  

    >Alles Weitere<

     



     




    Zum allerletzten Schluss – ’das Allerletzte!’

     

    Verleihung des ’Faust’ an den Regisseur der ’Edda’ in Hannover

    Die Meinung des Preisträgers Thorleifur Örn Arnarsson stellt sich wie folgt dar:

    „Der künstlerische Prozess des Theaters ist absolut ineffizient. Und in einer Welt, die durchdrungen ist von ökonomischer Effizienz, das den Menschen fast zum Auslöschen bringt, ist diese Ineffizienz des Theaters das absolut Wichtigste.“

    Das hätte er sicher gerne.
    Natürlich ’Freiheit der Kunst’, aber nicht zu Lasten des deutschen Steuerzahlers, der andere Dinge des öffentlichen Lebens zu finanzieren hat - als ’Die Edda’ in Hannover.

    Da kann er doch wie es beim Film üblich ist, Sponsorengelder einsammeln gehen.
    Oder mit einem Hut auf der Georgstraße in Hannover.
    Aber vielleicht bekommt er in der Gegend um das Steintor mehr.

     

     

    Außenwerbung
    Nds. Staatsschauspiel Hannover
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    Foto:
    Katrin Ribbe

     

     Screenshots 3sat

     

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    Foto:
    Katrin Ribbe

     

     

     

    Außenwerbung
    Nds. Staatsschauspiel Hannover
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    Foto:
    Katrin Ribbe

     

     
    Sieht man diese Szenenbilder, kann man sich vorstellen, was an Personenführung geboten wurde.

    Was das allerdings mit der 'Edda' zu tun hat, wird sicherlich auch der Bühnenverein nicht erklären können.

     
     

    Hier nun die mit dem 'Faust' für die Opernregie ausgestattete 'Götterdämmerung' in Karlsruhe.

    Hierzu schrieb http://operalounge.de/features/musikszene-festivals/zotiger-unfug
     

     

    Zitat

    Der "Ring" zum Vierten: Wagners "Götterdämmerung" in Karlsruhe

    Zotiger Unfug

    Bei der Götterdämmerung entkernt Regisseur Tobias Kratzer (er wird 2019 in Bayreuth Tannhäuser inszenieren) Sinn und Bedeutung weitgehend und reduziert die Oper auf sehr wenige Bestandteile – manchen zu wenig. Sexualität treibt die Handlung dieser Neuinszenierung an, nicht Liebe. Die Darstellung ist zotig: immer wenn von Nothung gesungen wird, ist damit Siegfrieds Penis gemeint, die Hauptfiguren sind alle kürzer oder länger in Unterwäsche auf der Bühne, weiße Unterhosen und Unterhemden sowie Nachthemden sind ein essentieller Bestandteil der Inszenierung. Siegfried nimmt es nicht so genau mit der Treue. Als er Gutrune bereits versprochen ist, knutscht er mit ihrem Bruder Gunter herum: der Herr der Gibichungen ist als etwas schmierig wirkender Schwächling in dieser Inszenierung ein homosexuelles Klischee (durch Haare und Bart erinnert die Figur an Bayernkönig Ludwig II.), ohne Siegfrieds aktives Eingreifen kann er Brünnhilde nicht in sexuellen Besitz nehmen. Zurück in der Halle der Gibichungen (Gunter fährt in einem Jeep herein, die Walküre gefesselt auf der Ladefläche) kommt es zum bekannten Eklat. Beim Grillen mordet Hagen Siegfried, später auch Gunter und Gutrune, die sterbend wiederum Hagen tötet. Vier Tote bzw. Sterbende liegen auf der Bühne als Brünnhilde die Bühne zum Schlussgesang betritt. Um die Schlusspointe (manche werden sagen: den Schlussunfug) zu erzählen, muß aber zuvor die neue Meta-Ebene beschrieben werden. Regisseur Tobias Kratzer wollte seine Götterdämmerung nicht autonom denken und versuchte, sich mit den drei zuvor tätigen Kollegen auseinanderzusetzen. Bühnen- und Kostümbildner Rainer Sellmaier sah es nicht als ästhetische Aufgabe, die unterschiedlichen Handschriften auf einen Nenner zu bringen. Deshalb bringt man die anderen Regisseure als Figuren auf die Bühne – die außenstehenden Erzählerfiguren der Nornen sind als David Hermann (Regisseur des Rheingold), Yuval Sharon (Walküre / Sharon wird 2018 in Bayreuth Lohengrin inszenieren, die Ausstattung wird durch Neo Rauch und Rosa Loy erfolgen) und Thorleifur Örn Arnasson (Siegfried) kostümiert. Damit aber nicht genug, die drei Regiekollegen sind nicht nur die Nornen, sondern spielen auch die Rheintöchter und Waltraute. Diese Figuren versuchen in einer Parodie auf überforderte Regisseure das Geschehen zu beeinflussen, studieren die Partitur und rätseln über den Fortgang der Handlung.

    Zitatende
     

     

     

     


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    Schlussbemerkung

    Nun wurde sie also preisgekrönt, 'Die Edda', die Schauspiel-Produktion, die wir wegen Unerträglichkeit nach dem ersten Drittel verließen.
    Initiiert wurde das 'Faust-2018'-Spektakel vom Deutschen Bühnenverein, von einer Agentur organisiert und im Velodrom von Theater Regensburg durchgeführt.

    Nominiert wurde 'Die Edda' von einem Gremium, zu dem auch die Mitarbeiterin des Nds. Ministeriums für Wissenschaft und Kultur - Frau Schwandner - gehörte, die an der Besetzung der Planstelle Opernintendanz Hannover durch die publikumsvertreibenden Herren Puhlmann und Dr. Klügl beteiligt war und jetzt für die Neubesetzung der Planstelle - ohne öffentliche Ausschreibung, somit ohne Transparenz und Fairness gegenüber Aspiraten, die nichts von der Vakanz erfuhren - durch die, nur in Ausnahmefällen, ensemblevertreibende 59-jährige US-Amerikanerin gesorgt hat.

    In der Jury war dann Frau Guhl von der HMTMH an der Zuweisung des Preises beteiligt.

    Um mich über neueste Trends in Bezug auf Kunst und ihre Derivate zu informieren, erlebe ich  Digitalisierungsprojekte, Konzerte mit Uraufführungen neuester Musik im Kreis der jeweils geradezu sektiererisch Gläubigen, erlebe zu Kunst erhobene Popkornmaschinen, Reisigbündel (in eine Ecke geworfen), sich drehende Klohäuschen, Hunderte (an einem Wandgestell befestigte Krawattenrückseiten und Lappen, höre in Vierteltönen verstimmtes Akkordeon, ein ebensolches japanisches Pusteinstrument und vor allem die in unverständlichem Gewisper vorgetragenen Äußerungen der 'Künstler' und ihrer gesellschaftlich relevanten Förderer.

    Während man durch die Welt reist beobachtet man, wie unsere deutschen Mitbürger in exotischen Ländern voller Ehrfurcht den dortigen Kunsthandwerkern zuschauen und Aufführungen alter Tanz-Sagen genießen, wird hier bei uns eine Theaterform abgeschlachtet, die uns über Jahrhunderte begeistert, beglückt und bereichert hat.

    Träge, blind und blöde bemerken wir nicht, was sich unter uns längst etabliert hat:
    religiöser Fanatismus, verbrecherische Clan-Strukturen, die unsere freiheitliche Grundordnung aushebeln wollen.

    Die Zertrümmerer und Verschwender von Steuergeldern verschanzen sich verschanzen sich hinter Artikel 5, Absatz 3 des Grundgesetzes, der als Gegenmaßnahme zur Nazi-Doktrin von der 'Entarteten Kunst' gedacht war.

    Inzwischen aber, in Zeiten von 'anything goes' muss dringend darüber nachgedacht werden, ob so mancher Paragraph aus dem Jahr der Inkraftsetzung des Grundgesetzes noch den Zeichen unserer Zeit gemäß ist.

    Wohl ist die Problematik der Politik bewusst, äußerte sich doch der Fraktionsvorsitzende der CDU, Ralph Brinkhaus, in der HAZ vom Sa., 20. Oktober 2018 auf Seite 4:

    "Von Zeit zu Zeit sollte überprüft werden, was bestimmte Gesetze bewirken."
     

     



    06. November 2018


    [...]
    Ich hatte neulich eine Produktion, das sagte der Regisseur ganz am Anfang:
    "Wir müssen nicht die Geschichte erzählen,
    das ist banal, das können wir voraussetzen."

    Ich halte eine solche Herangehensweise für falsch.

    Wir spielen nicht für eine kleine Gruppe von Leuten aus dem Elfenbeinturm,
    sondern für ein breites Publikum.

    Es kann mir keiner erzählen, dass man heute Opernstoffe nicht mehr auf die Bühne bringen kann,
    ohne etwas an den Haaren herbeizuziehen.

    [...]

    Georg Zeppenfeld im Gespräch mit DPA

     

     

    Nachtrag

    Das Theater Regensburg hatte für den 14. November 2018 zu einer Diskussion zum Thema
    „Ist das Kunst oder kann das weg? –
     Kunst im Rechtfertigungszwang“

    eingeladen.
    Die Veranstaltung wurde abgesagt.

    Die Durchführung hätte die Kritik des Publikums aufzeigen können.
    Da hierfür nun die Möglichkeit nicht gegeben wurde, hier einige Beispiele, was auf deutschen Bühnen an Dämlichkeiten dem heutzutage meist unbedarften Publikum geboten wird:

    ’Aida’ spielt in einem Einheitsbühnenbild im Vorzimmer von Herrn Mielke in der Berliner Stasi-Zentrale.

    In ’Kabale und Liebe’ klettert Ferdinand von Walter den ganzen Abend an Steigeisen Wände rauf und runter. In einem anderen Theater in Berlin ist die Rolle des Hofmarschalls von Kalb einfach gestrichen.

    ’Eugen Onegin’ wird in einem U-Bahnhof vorgeführt, Puccinis ’Manon’ endet nicht in einer Wüste, sondern in einer Kneipe, wo Trinkbares in Flaschen in genügender Anzahl zu Verfügung steht, Des Grieux aber stückgemäß hinausläuft, um Wasser für Manon zu suchen.

    Am Ende eines ’Lohengrin’ ersticht Gottfried seine Schwester Elsa. In einem anderen Theater geht am Ende des Stückes Elsa mit ihrem Bruder Eis essen.

    ’Der fliegende Holländer’ wird in einem Einheitsbühnenbild – einem Einkaufszentrum – gezeigt.--

    Der Gipfel der geschmacklosen Verfälschung eines Werkes ist die 'Salome' an einem deutschen Provinztheater. Das Stück spielt im Wohnzimmer von Oscar Wilde. Permanent wuselt ein Tänzer über die Bühne, diesen darstellend.
    Am Ende des Stückes liegt Jochanaan (mit Kopf) am Boden. Herodias schiebt ihm ein Tablett unter den Kopf. Auf das Stichwort des Herodes:
    "Man töte dieses Weib!"
    erhebt sich Jochanaan und erwürgt die neben ihm stehende Salome, die röchelnd zu Boden sinkt.

     

    Artikel 5 Grundgesetz gibt die Freiheit der Kunst vor.
    Zweifelsohne dürfen die Theater damit gemäß dieser Vorgabe in jeder schamlosesten Form gerecht werden.

    Nirgendwo ist allerdings festgelegt, dass die Finanzierung in jeder Höhe und in jedem Falle von der öffentlichen Hand bestritten wird.

    Müssten die Theater frei finanzieren, gäbe es Auswüchse, wie die jetzt überall zu beobachten sind, nicht.
     

     

    Impressum

    'Eine Mitteilung an meine Freunde'

    erscheint als nichtkommerzielles Beiblatt zu



    - ausgezeichnet mit dem Kulturförderpreis der Stadt Regensburg -

    kulturjournal - Holzländestraße 6 - 93047 Regensburg

    Ersterscheinung der Ausgabe Regensburg am 27.07.2007

    Erscheinungsweise: kulturjournal-regensburg zehn Mal pro Jahr von Februar bis August und Oktober bis Dezember

    Ausgabe des Beiblattes als ’Mitteilung an meine Freunde’ – gewöhnlich zum Anfang eines Monats

    Verteilung Regensburg: Direktversand, Hotels, Theater, Galerien, Veranstaltungsorte, Tourist-Info, Bahnhöfe

    Verteilung Hannover u.a.:
    Direktversand an ausgewählte Leserschaft wie Mitglieder der Bürgerinitiative Opernintendanz

    Niedersächsischer Landesrechnungshof,
    Niedersächsische Landesregierung,

    Politische Parteien im Nds. Landtag,

    Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover,
    Bund der Steuerzahler,

    Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger,
    Richard-Wagner-Vereine,

    Feuilletons von Tageszeitungen

    RA Frank Wahner, Fachanwalt für Verwaltungsrecht, Hannover

    Wir verstehen diese Besprechungen und Kommentare nicht als Kritik um der Kritik willen, sondern als Hinweis auf - nach unserer Auffassung - Geglücktes oder Misslungenes. Neben Sachaussagen enthalten diese Texte auch Überspitztes und Satire. Hierfür nehmen wir den Kunstvorbehalt nach Artikel 5, Grundgesetz, in Anspruch.

    Die Fotos wurden öffentlich zugängigen Quellen wie Schalplattencover, Buchangeboten der Verlage oder aus eigenem Archiv entnommen, wenn die Quelle nicht ausdrücklich erwähnt ist.

    Wir benutzen Informationen, hauptsächlich aus eigenen Unterlagen, aus dem Internet u.a. Veröffentlichungen des Deutschen Historischen Museums, der Preußen-Chronik, Wikipedia u.ä..

    Texte werden paraphrasiert wiedergegeben oder als Zitate kenntlich gemacht.


    In Ausschnitten auch veröffentlicht unter:
    http://www.bi-opernintendanz.de/



    Um 'Missverständnisse' zu vermeiden:

    Als Zeitungs- / Theater-Abonnent und Abnehmer von voll bezahlten Eintrittskarten aus dem freien Verkauf verstehe ich diese Besprechungen und Kommentare nicht als Kritik um der Kritik willen,
    sondern als Hinweis auf - nach meiner Auffassung - Geglücktes oder Misslungenes.

    Neben Sachaussagen enthalten diese Texte auch Überspitztes und Satire.

    Hierfür nehme ich den Kunstvorbehalt nach Artikel 5, Grundgesetz,
    in Anspruch.

    M-L Gilles